{"id":415,"date":"2017-03-10T21:03:48","date_gmt":"2017-03-10T20:03:48","guid":{"rendered":"http:\/\/nordost.altesitte.info\/?p=415"},"modified":"2017-03-10T21:05:54","modified_gmt":"2017-03-10T20:05:54","slug":"met-selber-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nordost.altesitte.info\/?p=415","title":{"rendered":"Met selber machen"},"content":{"rendered":"<p>Der Artikel kommt sp\u00e4t, mehr als sp\u00e4t. Ich wollte ihn eigentlich in die Julzeit setzen, nun ist bald Ostara. Das eigentliche Thema ist allerdings eher zeitlos\u2026 es geht um das <strong>Selbermachen von Honigwein<\/strong>. Und das kann man bekanntlich jederzeit.<!--more--><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-414\" src=\"http:\/\/nordost.altesitte.info\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_7055-370x500.png\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/nordost.altesitte.info\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_7055-370x500.png 370w, https:\/\/nordost.altesitte.info\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_7055-624x844.png 624w, https:\/\/nordost.altesitte.info\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_7055.png 739w\" sizes=\"(max-width: 370px) 100vw, 370px\" \/><\/p>\n<p>Der\u00a0Aufh\u00e4nger \u00a0sollte urspr\u00fcnglich sein, da\u00df p\u00fcnktlich zur Wintersonnenwende unser 12 Liter Ansatz Met fertig geworden ist, unser Julmet sozusagen. Und da wir guten Freunden den einen oder anderen Schluck zukommen lie\u00dfen, wurde ich auch nach dem Rezept und der Herstellungsweise gefragt. Kein Geheimnis, ganz im Gegenteil. Und darum soll es hier gehen. Kurz und b\u00fcndig.<\/p>\n<p>Allerdings kostet mich der Beitrag etwas \u00dcberwindung, zugegeben. Nicht weil ich die Lust verloren h\u00e4tte oder insgeheim irgendwelche Geheimrezepte h\u00fcte&#8230; niemals&#8230; sondern weil&#8217;s einfach so eine Handvoll Themen gibt, die ich als vollst\u00e4ndig abgegriffen empfinde, weil sie schon hundertfach in allen m\u00f6glichen Foren, Webseiten, Blogs usw. durchgekaut wurden&#8230; Und das Selbermachen von Met ist ganz vorn dabei.<\/p>\n<p>Die Redundanz ist erm\u00fcdend, haupts\u00e4chlich in \u00f6ffentlichen Foren. Nicht nur Met, sondern vor allem auch andere Themen. Irgendwo wird wieder etwas \u00fcber das Durchf\u00fchren einer Kindsweihe, Eheleite oder irgendwelcher Jahresfeste gefragt. Obschon doch schon alles ausf\u00fchrlich beschrieben ist, nicht nur auf unseren Seiten. Auch auf anderen langj\u00e4hrigen Webseiten, dazu noch in einer Handvoll guter B\u00fccher. Aber was soll&#8217;s, zur\u00fcck zum Thema.<\/p>\n<p>Es gibt 1000 Rezepte und Variationen, mit Gew\u00fcrzen und ohne, mit viel Honig, mit wenig, Vielbl\u00fctenhonig, Waldhonig, mit Apfel, hiermit und damit. dies und das&#8230; Aus diesem ganzen Get\u00fcddel l\u00e4sst sich aber ein ganz einfaches Vorgehen ableiten, wonach es im Grunde jeder hinkriegt, wenn man sich nicht zu doof anstellt oder mit \u00fcberfl\u00fcssigen Reinigungsmitteln die Hefekulturen killt.<\/p>\n<p>Doch auf der anderen Seite kann das Selbermachen von Met gar nicht hoch genug aufgeh\u00e4ngt werden, wenn man mich fragt. F\u00fcr die Alte Sitte gibt es kein kostbareres Gut. Und damit meine ich nicht das \u00a0geschwefelte 0815-Massenprodukt von irgendwo aus dem Nirgendwo. Denn es geht ja nicht allein ums Selbermachen, sondern um die Qualit\u00e4t, die ein lokaler Imker, der Wikinger seines Vertrauens oder andere verl\u00e4ssliche Stellen bieten. Oder wer w\u00fcrde seinen G\u00e4sten im Bl\u00f3t, seinen h\u00f6chsten G\u00e4sten &#8211; den G\u00f6ttern, Supermarkt-Firlefanz vorsetzen?<\/p>\n<p>Inzwischen habe ich in \u00fcber 17 Jahren schon alles M\u00f6gliche ausprobiert, nicht nur Met, auch Obstweine, Cider und vieles mehr. Dabei habe ich mich im Grunde immer an der klassischen Literatur zur Weinherstellung orientiert, wer also halbwegs im Thema steckt, wird sicher nichts Neues erfahren. Met setze ich nur noch nach der klassischen Methode an, keine Experimente, keine besonderen Kreationen. H\u00e4ngt mir alles irgendwann zum Hals raus, daher einige Erfolgsfaktoren vorweg:<\/p>\n<ul>\n<li>Mit der Qualit\u00e4t des Honigs steht oder f\u00e4llt der Met. Daher NUR Imkerhonig, am Besten Vielbl\u00fcte oder Raps. Lindenhonig kann ich aufgrund der starken Eigennote weniger empfehlen.<\/li>\n<li>KEIN Honig aus dem Supermarkt oder EU-Mischung. Jetzt mag man inzwischen vielleicht schon mit den Augen rollen, aber neben dem regionalen Aspekt macht es sich auch geschmacklich bemerkbar. Auch am Tr\u00fcbstoffgehalt erkennbar.<\/li>\n<li>Die Hefekultur wird in einem naturtr\u00fcben Apfelsaft (G\u00e4rstarter) zuerst vermehrt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Grundlegendes Vorgehen:<\/strong><br \/>\n<strong>1<\/strong>) Reinhefekultur Samos oder Portwein, kleines Fl\u00e4schchen. Apfelsaft naturtr\u00fcb 1 Liter, davon ca. 0,15 Liter abgie\u00dfen, Hefekultur rein und Deckel auflegen (keinesfalls verschlie\u00dfen). Halbdunkel und Zimmertemperatur, nicht zu warm. Nach wenigen Tagen sollte sich die Vermehrung der Hefezellen durch leichte Schaumbildung (erste G\u00e4rt\u00e4tigkeit) bemerkbar machen. Zwischen 3 &#8211; 5 Tage stehen lassen.<\/p>\n<p><strong>2<\/strong>) Sobald der G\u00e4rstarter aktiv ist, kann die Honig-Wasser-L\u00f6sung vorbereitet werden. Mein bew\u00e4hrtes Verh\u00e4ltnis f\u00fcr etwa 12 Liter Ansatz: 4,5 Kg Honig in 8 L Wasser aufl\u00f6sen. Wasser in Topf erw\u00e4rmen und Honig darin aufl\u00f6sen. Hinzu kommen noch Hefen\u00e4hrsalz und Milchs\u00e4ure. Geht aber auch ohne. Das Honigwasser kommt in einen G\u00e4rballon.<\/p>\n<p><strong>3<\/strong>) <span style=\"color: #ff0000;\">BESONDERS WICHTIG<\/span> ist die Temperatur des Honigwassers: Mindestens einen halben Tag abk\u00fchlen lassen, bevor der G\u00e4rstarter \u00a0hinzugegeben wird. Wenn zu warm (\u00fcber 25 Grad), dann Hefen tot! Ein Thermometer gibt Sicherheit.<\/p>\n<p><strong>4<\/strong>) Der G\u00e4rballon, in dem sich das Honigwasser und der G\u00e4rstarter befinden, wird mit einem G\u00e4rr\u00f6hrchen verschlossen. Das R\u00f6hrchen wird zur H\u00e4lfte mit Wasser gef\u00fcllt. Die G\u00e4rung sollte in den ersten 24 Stunden einsetzen, sonst besteht die Gefahr der Schimmelbildung.<\/p>\n<p><strong>5<\/strong>) Sobald es blubbert ist alles gut. Je nach W\u00e4rme (Sommer, Winter, Standort etc.) 1-3 Monate g\u00e4ren lassen. Standort nicht zu warm (nicht an der Heizung), nicht zu kalt &#8211; Faustregel wie immer: Zimmertemperatur.<\/p>\n<p><strong>6<\/strong>) Sobald man der Meinung ist, da\u00df die G\u00e4rung vollendet ist oder die G\u00e4rzeit ausreicht (Rests\u00fc\u00dfe erhalten), wird es behutsam abgegossen (oder abgezogen). In einen Eimer, dann in einen Topf, um es auf ca. 40-50 Grad zu erw\u00e4rmen (G\u00e4rung abbrechen). Jetzt kann mit Honig nachges\u00fc\u00dft werden.<\/p>\n<p><strong>7<\/strong>) Geringe Zugabe von Kieselsol kann zur Kl\u00e4rung beitragen.<\/p>\n<p><strong>8<\/strong>) Ich f\u00fclle den jungen Met zun\u00e4chst in den G\u00e4rballon zur\u00fcck, den ich zuvor mit klarem Wasser ausgesp\u00fclt habe und lasse ihn noch einige Wochen zur Kl\u00e4rung stehen. Die Tr\u00fcbstoffe setzen sich dann am Boden ab. Mit Gl\u00fcck und Geduld erreicht man auf diese Weise schon einen sehr klaren Met.<\/p>\n<p><strong>9<\/strong>) Wenn man noch eins draufsetzen m\u00f6chte, kann man den Met zum Schlu\u00df filtrieren. Im Fachhandel gibt es dazu ein handlichen Filterset mit Handpumpe. Mehr als einmal durch den Grobfilter mache ich meist nicht. Das Resultat ist beachtlich. Und weil die Tr\u00fcbstoffe auch einen muffigen Beigeschmach mit sich bringen k\u00f6nnen, hat das Filtern nicht nur optische, sondern in erster Linie auch geschmackliche Vorteile.<\/p>\n<p>Habe ich etwas vergessen? Hmm, ich glaube das war&#8217;s soweit.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-413\" src=\"http:\/\/nordost.altesitte.info\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_7059-355x500.png\" alt=\"\" width=\"355\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/nordost.altesitte.info\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_7059-355x500.png 355w, https:\/\/nordost.altesitte.info\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_7059-624x880.png 624w, https:\/\/nordost.altesitte.info\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_7059.png 709w\" sizes=\"(max-width: 355px) 100vw, 355px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Artikel kommt sp\u00e4t, mehr als sp\u00e4t. Ich wollte ihn eigentlich in die Julzeit setzen, nun ist bald Ostara. Das eigentliche Thema ist allerdings eher zeitlos\u2026 es geht um das Selbermachen von Honigwein. 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