{"id":649,"date":"2017-11-12T07:51:04","date_gmt":"2017-11-12T06:51:04","guid":{"rendered":"http:\/\/nordost.altesitte.info\/?p=649"},"modified":"2017-11-13T17:21:14","modified_gmt":"2017-11-13T16:21:14","slug":"alte-sitte-und-islam-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nordost.altesitte.info\/?p=649","title":{"rendered":"Alte Sitte und Islam \u2013 Teil 2"},"content":{"rendered":"<p>In meinem <a href=\"http:\/\/nordost.altesitte.info\/?p=489\">ersten Beitrag<\/a> standen zun\u00e4chst die pr\u00e4gnanten Unterschiede zwischen der polytheistischen Alten Sitte und dem monotheistischen Islam im Vordergrund. Auch in gewisser Weise mit der unterschwelligen Frage verbunden, ob uns aus dem Gegen\u00fcber nicht auch die eigene Schw\u00e4che entgegenblickt.<!--more--><\/p>\n<p>Ein Gegen\u00fcber ist immer das Andere, mit dem man etwas teilt. Sei es der Sand unter den Fu\u00dfsohlen, sei es ein Areal oder Verbreitungsgebiet, oder die gemeinsame Feststellung, sich einander im besten Falle positiv bis neutral oder wom\u00f6glich gar negativ gegen\u00fcber zu stehen. Im Fall des Islam auf unserem Boden, der uns Heiden gegen\u00fcber steht&#8230; milde ausgedr\u00fcckt: L\u00e4\u00dft sich vielleicht irgendwann ein neutraler \u2013 oder wom\u00f6glich wohlwollender Standpunkt \u2013 wie beispielsweise gegen\u00fcber Buddhisten oder Hinduisten einnehmen?<\/p>\n<p>Und hier komme ich zum zweiten Teil &#8211; Alte Sitte und Islam.<\/p>\n<p>Die Ausgangslage l\u00e4\u00dft sich mit wenigen Worten auf den Punkt bringen: F\u00fcr die \u00a0Alte Sitte ist der Islam historisch wie gegenw\u00e4rtig eine fremde Gestalt. Das Allochthone, das Gebietsfremde, steht dem Autochthonen, dem Einheimischen, gegen\u00fcber. Eine Realit\u00e4t, die dem Wunschbild weltweiter Kultur- und Religionskompatibilit\u00e4t freilich gar nicht entgegenkommt, die daher Versuche einer \u201e<em>Europ\u00e4isierung<\/em>\u201c ins Feld f\u00fchrt, also eines \u201e<em>Einheimischmachens<\/em>\u201c oder \u201e<em>Autochthonisierens<\/em>\u201c mit dem Ziel, den Islam als die andere Religion Europas darzustellen. Wird vom Medienkartell also wieder mal Goethes angeblich faszinierter Blick auf den Orient oder Schillers Epoche hervorgekramt, um vermeintliche Parallelen zur islamischen Geisteswelt herzustellen, oder irgendwelche anderen Pseudo-Gemeinsamkeiten, soll damit im Grunde ein Anwurzeln an lang Bestehendes erlangt werden. Denn darin liegt die langfristige Schw\u00e4che: Wer etwas Fremdes auf Dauer ans\u00e4ssig machen will, muss es ethnisieren. Mit ein paar Konvertiten und entwurzelten Einwanderern ist dies nicht getan. Eher wird man darauf setzen, den Islam zu entorientalisieren. Und in diese Sto\u00dfrichtung zielen auch die alle Jahre wiederkehrenden Forderungen (<em>oder lauten \u00dcberlegungen<\/em>), gesetzliche Feiertage f\u00fcr Moslems einzurichten. Wie bereits 2013 von Aiman Mazyek gefordert, dem Vorsitzenden vom \u00a0Zentralrat der Muslime in Deutschland, damit wir Einheimischen unsere Toleranz zum Ausdruck br\u00e4chten, oder zuletzt der halbgare Vorsto\u00df von\u00a0de Maizi\u00e8re. Als sei der Islam schon immer hier gewesen.<\/p>\n<p>Dabei ist man sicher besser beraten, den Islam aus seinem urspr\u00fcnglichen Expansionswillen zu begreifen und den absoluten Geltungsanspruch, bis zur v\u00f6lligen Durchdringung aller Lebensbereiche, ernst zu nehmen. Trotz der unz\u00e4hligen Str\u00f6mungen und Glaubensrichtungen, in welche die islamische Welt zersplittert ist, eint sie doch die Sehnsucht nach einer islamischen Weltordnung. F\u00fcr uns Heiden bedeutet dies nicht nur, einen wenig charmanten \u00a0Vorsto\u00df in den Wirkungsraum unserer G\u00f6tter hinzunehmen, sondern in die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dsch%C4%81hil%C4%ABya\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dsch\u0101hil\u012bya<\/a>, die \u201eheidnische Unwissenheit\u201c, zu fallen, also hinter das Zeitalter des Islam. Ob wir dabei auf die ebenso vielbeschworene Toleranz hoffen d\u00fcrften, wenn wir sie eines fernen Tages n\u00f6tig h\u00e4tten? H\u00f6chstens in der enggefassten Auswahl zwischen Bekehrung und Tod, wobei \u201eam Leben bleiben und konvertieren\u201c wahrscheinlich schon eine sehr gn\u00e4dige Option f\u00fcr einen Heiden darstellt. Denn eines mu\u00df jedem Heiden auf diesem Planeten klar sein: Wenn der Islam schon nicht die Anbetung <u>eines<\/u> anderen Gottes\u00a0duldet, so duldet er erst recht keinen Polytheismus (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schirk\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schirk<\/a>).\u00a0 Ausf\u00fchrlicher unter <a href=\"http:\/\/www.islam-und-toleranz.de\/#_Toc439022326\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Heiden im Islam<\/a> (auf islam-und-toleranz.de).<\/p>\n<p>Jetzt werden manche einwerfen, da\u00df es weder den einen und in sich geeinten Islam gibt, es von daher unredlich sei, st\u00e4ndig verallgemeinernd von \u201edem Islam\u201c zu sprechen. Und es nat\u00fcrlich auch liberale Str\u00f6mungen gibt, die sich immerhin einen \u201einterreligi\u00f6sen Diskurses in alle Richtungen\u201c auf die Fahne schreiben und \u201egegen\u00fcber anderen Religionen keinen exklusiven Wahrheitsanspruch\u201c geltend machen w\u00fcrden. Ja, man h\u00f6re und staune. Dann w\u00e4re vorab noch die Frage zu kl\u00e4ren, wer per Definition denn alles als Religion gelten darf. Auch heidnische Traditionen?<\/p>\n<p>Denn grunds\u00e4tzlich gilt:<\/p>\n<p>F\u00fcr gl\u00e4ubige Muslime steht unverhandelbar fest, da\u00df Gott das Universum und alles darin Existente geschaffen hat. Nach genau dieser Vorstellung regiert Gott die Welt nach seinem Willen, so wie es der Koran offenbart. Streng formuliert besitzt der Mensch demnach keinen freien Willen, sondern sei ganz das Gesch\u00f6pf Allahs.<\/p>\n<p>Die theologische Basis l\u00e4\u00dft sich auf einen gemeinsamen Nenner bringen: die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schah%C4%81da\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schah\u00e2da<\/a> \u2013 das islamische Glaubensbekenntnis, das die erste der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Islam#F.C3.BCnf_S.C3.A4ulen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">f\u00fcnf S\u00e4ulen des Islam<\/a> bildet. Dieses bezeugt den Glauben an den Einen Gott sowie den Glauben an Muhammad als Gesandten Gottes.<\/p>\n<p><strong>So bleibt am Ende des zweiten Teils festzuhalten:<\/strong><\/p>\n<p>Mit all dem tritt der Islam der Alten Sitte (wie allen heidnischen Traditionen) in ausdr\u00fccklicher Rivalit\u00e4t gegen\u00fcber.\u00a0 Unter all diesen Vorzeichen zu einem Dialog aufzurufen, wird aus meiner Sicht schwierig. Man sollte die Realit\u00e4t schon beim Namen nennen und eher von Konfrontation sprechen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In meinem ersten Beitrag standen zun\u00e4chst die pr\u00e4gnanten Unterschiede zwischen der polytheistischen Alten Sitte und dem monotheistischen Islam im Vordergrund. 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