{"id":879,"date":"2018-05-01T20:54:42","date_gmt":"2018-05-01T18:54:42","guid":{"rendered":"http:\/\/nordost.altesitte.info\/?p=879"},"modified":"2018-05-01T20:54:42","modified_gmt":"2018-05-01T18:54:42","slug":"reise-ins-fruehmittelalter-wolin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nordost.altesitte.info\/?p=879","title":{"rendered":"Reise ins Fr\u00fchmittelalter \u2013 Wolin"},"content":{"rendered":"<p>Die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wolin\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Insel Wolin<\/a> liegt im polnischen Westpommern zwischen dem Stettiner Haff und der Pommerschen Bucht in der Ostsee. Hier haben wir im Ostseebad Mi\u0119dzyzdroje (deutsch Misdroy) ein paar sonnige Tage verbracht.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium\" src=\"https:\/\/farm1.staticflickr.com\/950\/41776466072_e6dc5112d2.jpg\" width=\"500\" height=\"333\" \/><\/p>\n<p>Im Fr\u00fchmittelalter (um ca. 800-1000 n.u.Z.) unterhielten die Wikinger reiche Handelsbeziehungen in diese Region und gr\u00fcndeten verschiedene Siedlungen. Die Jomsburg war eine der bekanntesten unter ihnen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium\" src=\"https:\/\/farm1.staticflickr.com\/974\/41101625864_400368ce0a.jpg\" width=\"500\" height=\"303\" \/><\/p>\n<p>Auf der Insel Wolin gibt es auch die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wolin_(Stadt)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stadt Wolin<\/a>, das konnte ich am Anfang nicht so richtig auseinander halten. Wenn man aber einmal dort gewesen ist und ein Bild von der Umgebung gewonnen hat, wird&#8217;s klar. Von der Kleinstadt Wolin mit ihren unter 5000 Einwohnern gibt es eigentlich nichts besonders zu berichten. Man kann gut essen und trinken, die Leute sind freundlich, alles wirkt ordentlich und gepflegt (generell liegt sehr wenig M\u00fcll herum) &#8211; alles in Allem besteht kein wesentlicher Unterschied zu einer x-beliebigen deutschen Kleinstadt (wo h\u00e4ufig mehr M\u00fcll herumliegt).<\/p>\n<p><strong>Aber<\/strong>: Keine 1000 Meter \u00f6stlich von Wolin befindet sich in direkter Sichtweite das arch\u00e4ologische Freilichtmuseum\u00a0<a href=\"http:\/\/jomsborg-vineta.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Jomsborg-Vineta<\/a> , die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Slawen-_und_Wikingersiedlung_Wolin\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Slawen- und Wikingersiedlung Wolin<\/a>.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium\" src=\"https:\/\/farm1.staticflickr.com\/904\/41776466882_57186d3601.jpg\" width=\"500\" height=\"348\" \/><\/p>\n<p>Und hier wird&#8217;s interessant. Denn an diesem ohnehin geschichtstr\u00e4chtigen Ort findet seit 1993 das &#8222;<em><strong>Wolin Viking Festival<\/strong><\/em>&#8220; statt, einer der gr\u00f6\u00dften internationalen Wikingerm\u00e4rkte \u00fcberhaupt.\u00a0 Dieses Jahr Anfang August.<\/p>\n<p>Werfen wir also davon unabh\u00e4ngig einen Blick ins Innere der imposanten Festung.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium\" src=\"https:\/\/farm1.staticflickr.com\/826\/41818118721_7021f7ca04.jpg\" width=\"500\" height=\"310\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium\" src=\"https:\/\/farm1.staticflickr.com\/976\/41818125701_63634a6ffe.jpg\" width=\"500\" height=\"364\" \/><\/p>\n<p>Die\u00a0reetgedeckten Bohlenh\u00e4user sind allesamt vollst\u00e4ndig eingerichtet, angefangen mit\u00a0verschiedenen Inventaren des t\u00e4glichen Bedarfs, Kochutensilien und Dingen zur Essenszubereitung bis zur Ausstattung eines Kriegerhaushaltes. Interessant waren auch einige Wandbeh\u00e4nge mit Runen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium\" src=\"https:\/\/farm1.staticflickr.com\/828\/41818122491_a3e6b35bc1.jpg\" width=\"500\" height=\"382\" \/><\/p>\n<p>Zu erw\u00e4hnen sind auch die sch\u00f6nen Verzierungen der H\u00e4user durch verschiedenste Schnitzereien.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium\" src=\"https:\/\/farm1.staticflickr.com\/948\/41101632094_df8a80d4a0.jpg\" width=\"500\" height=\"350\" \/><\/p>\n<p>Zentral im Mittelpunkt der Siedlung befindet sich das Heiligtum. Besonders interessant ist der mehrschichtige Aufbau der gesamten Anlage. Zuerst einige Meter entfernt au\u00dferhalb der Einhegung ist mir ein\u00a0archaisch anmutender Holztisch aufgefallen, der scheinbar keine profane Funktion zu erf\u00fcllen scheint, da er abseits der H\u00e4user auf der Wiese des Heiligtums steht. Mein erster Gedanke geht in Richtung eines Stallr &#8211; also vielleicht eine Art vorgelagerter Altartisch:<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium\" src=\"https:\/\/farm1.staticflickr.com\/973\/40919781355_bb374ddf63.jpg\" width=\"500\" height=\"382\" \/><\/p>\n<p>Sieht er nicht gro\u00dfartig aus? Einfach und nat\u00fcrlich erhaben. Dann folgt die eigentliche Kultst\u00e4tte:<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium\" src=\"https:\/\/farm1.staticflickr.com\/977\/41818133661_88b4fe6deb.jpg\" width=\"500\" height=\"381\" \/><\/p>\n<p>Der eigentlich ganz \u00e4u\u00dfere Kreis wird von der Wiese vorgegeben. Auf dieser Wiese steht nichts Allt\u00e4gliches herum, sie ist schon das Vorfeld des Heiligtums. Es folgt wie eben erw\u00e4hnt eine Art Stallr mit Holzidol (hier auf dem Foto nicht zu sehen), dann die \u00e4u\u00dfere Einhegung des Heiligtums mit verziertem Torbogen als Eingang und symbolisch ausgearbeiteten Eckpfosten (W\u00e4chter?). Man wird durch zwei Feuer hindurch schreiten m\u00fcssen, die durch die beiden Feldsteinringe eingefasst werden (direkt hinter dem Torbogen zu erkennen). Mit dem Blick zum Mittelpunkt gerichtet steht man dann frontal vor einem m\u00e4chtigen Holzidol, das interessanterweise auch noch mal von einem\u00a0kultisches Ger\u00fcst umgeben ist, wie es auch auf der Seite &#8222;<a href=\"http:\/\/asentr.eu\/altarformen.html#stallr\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Altarformen einst und jetzt<\/a>&#8220; beschrieben wird. Davor liegt ein massiver Stein als eigentlicher Opferaltar. Ich muss sagen, dass ich schwer beeindruckt bin&#8230; ist diese Anlange mit all ihren Elementen doch wahrlich der Inbegriff eines heidnischen Heiligtums. Wie gern w\u00fcrde ich hier einer Opferzeremonie beiwohnen, im sp\u00e4rlichen Licht der Flammen umringt von unz\u00e4hligen Menschen in den fr\u00fchen Trachten dieser Zeit.<\/p>\n<p>Auf dem Gel\u00e4nde verteilt befinden sich au\u00dferdem noch weitere Holzidole und kleinere kultische Ecken (auch in den H\u00e4usern), dar\u00fcber hinaus auch noch einige detailreiche Runensteine, die ich jetzt nicht alle im einzelnen vorstellen m\u00f6chte. Die Erkl\u00e4rungstafeln, die meist daneben stehen, sind durchg\u00e4ngig dreisprachig (PL, EN, D) &#8211; insbesondere f\u00fcr die Runensteine fotografiere ich sie immer ab; Fragen also gern einfach ins Kommentarfeld, ich beantworte sie gern.<\/p>\n\n            \n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Insel Wolin liegt im polnischen Westpommern zwischen dem Stettiner Haff und der Pommerschen Bucht in der Ostsee. 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