{"id":911,"date":"2018-07-29T21:37:58","date_gmt":"2018-07-29T19:37:58","guid":{"rendered":"http:\/\/nordost.altesitte.info\/?p=911"},"modified":"2018-07-30T21:38:49","modified_gmt":"2018-07-30T19:38:49","slug":"steine-wasser-himmel-eine-mythologische-blot-wanderung-im-warnowtal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nordost.altesitte.info\/?p=911","title":{"rendered":"Steine &#8211; Wasser &#8211; Himmel. Eine mythologische Bl\u00f3t-Wanderung im Warnowtal"},"content":{"rendered":"<p><strong>Erinnerung<\/strong><\/p>\n<p>Als wir 2014 mit unserer Familie hier auf&#8217;s Land zogen, bewohnte ich zuvor eine kleine \u00dcbergangswohnung auf einem alten Gutshof. In unmittelbarer N\u00e4he lag mitten in einem Feld eine Megalithanlage, die sich in einem v\u00f6llig verwilderten und zugewachsenen Zustand befand. Ich entdeckte sie zuf\u00e4llig. Um mir \u00fcberhaupt Zugang zu verschaffen, musste ich zun\u00e4chst haufenweise Totholz beiseiteschaffen.<!--more--><\/p>\n<p>Auf <a href=\"http:\/\/asentr.eu\/heiligtumsarbeit.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Asentr.eu schrieb ich<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>Verwilderte Steine<\/p>\n<p>Mir erging es zuletzt so, als ich eigentlich nur mal im Vorbeigehen eine v\u00f6llig verwilderte Megalithst\u00e4tte in Mecklenburg-Vorpommern erkunden wollte. V\u00f6llig \u00fcberwuchert mit Gestr\u00fcpp und Unmengen von abgestorbenem Astwerk, qu\u00e4lte ich mich dann doch durch eine halbwegs gro\u00dfe \u00d6ffnung in einem Holunder. Im ersten Moment er\u00f6ffnete sich mir ein bedauernswerter Zustand: Die Oberfl\u00e4che\u00a0 von scheinbar illegalen Grabungen zerfurcht und zus\u00e4tzlich mit unz\u00e4hligen Feldsteinen und Resten eines abgestorbenen Baums \u00fcberlagert. Aber an der Besonderheit des Ortes \u00e4nderte dies nichts &#8211; eingebettet in die Abgeschiedenheit weiter Felder, ragten die Steinfragmente zwischen Moos und Farn hervor. In der Folgezeit nahm ich behutsam einige Ver\u00e4nderungen in der Weise vor, da\u00df ich den mittleren Bereich vom Totholz und Gestr\u00fcpp befreite und einen Grabungstrichter mit Steinen f\u00fcllte. Drau\u00dfen vom Feld her blieb lediglich ein kleiner Eingang inmitten der dichtgewachsenen Holunderb\u00fcsche, der im Innern die Ahnenst\u00e4tte freigibt. Zuletzt richtete ich eine kleine Opferst\u00e4tte ein.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Jetzt<\/strong><\/p>\n<p>Diese Entwicklung endete 2014 mit dem Einzug in unser Haus. Doch befl\u00fcgelt von dem Wunsch, besonders diesen Ort, sowie auch einige weitere Pl\u00e4tze (die mir viel Kraft gaben), nach inzwischen vier Jahren wieder zu besuchen, entschlossen <a href=\"http:\/\/nordost.altesitte.info\/?author=3\">MON<\/a> und ich uns kurzerhand zu einem abendlichen Ausflug in diese wundersch\u00f6ne Endmor\u00e4nenlandschaft am Warnowtal.<\/p>\n<p>Als ersten Anlaufpunkt w\u00e4hlten wir einen alten Hohlweg, der in Steilh\u00e4ngen mit auff\u00e4lligen Felsen eingebettet liegt. Man kann sich das so vorstellen: Sonnenlicht gefluteter Himmel scheint durch die Kronen, im Hintergrund murmelt das Wasser der Stromschnellen.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnten hier Stunden zubringen, doch unser Weg f\u00fchrt uns nun zu der verwilderten Steinst\u00e4tte. Dort angekommen, zeigt sich uns ein halb trauriger, halb erfreulicher Zustand. Wie zu erwarten, kennt die Natur kein Z\u00f6gern, wenn\u2019s um das Zur\u00fcckerobern all dessen geht, wo menschliches Tun und Handeln ein j\u00e4hes Ende findet. Mutter Erde gibt und nimmt, zumindest nach menschlichem Ermessen.<\/p>\n<p>Mitten in der Anlage prangte zum Beispiel ein m\u00e4chtiges Baumskelett, welches vom Feld aus gesehen immer ein markanter Richtpunkt war. Nun ist\u2019s auf die Steine gest\u00fcrzt und versperrt meinen alten Zugang. Doch war auch zu sehen, da\u00df seither keine anderen Menschen hier etwas ber\u00fchrt haben.<\/p>\n<p><strong>Ein gro\u00dfartiger Ort&#8230; unbeschreiblich diese Atmosph\u00e4re inmitten der knorrigen Holundergew\u00e4chse, ungest\u00f6rt mitten im Feld gelegen&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Bl\u00f3t und Runen geben uns Richtung. Dann gehen wir weiter.<\/p>\n<p>Eine weitere Megalithanlage, ein sogenanntes Langbett, flankiert unseren Weg. Die schiere M\u00e4chtigkeit des zentral ins Erdreich gebetteten W\u00e4chtersteins schiebt jeden allt\u00e4glichen Gedanken beiseite. Noch ein St\u00fcck weiter befindet sich ein Moor, dar\u00fcber eine weite Landschaft aus Feldern, H\u00fcgeln, W\u00e4ldern\u2026 und einer Eiche. Einer von Felsen umringten Eiche. Nur wer vor dem halb in der Erde versenkten Deckstein steht und an der rauhen Rinde der Eiche empor schaut, kann f\u00fchlen, wen man an diesem Ort anspricht.<\/p>\n<p><strong>M\u00e4chtiger Donnerer, Schirmer des Himmels und der Erde. Wir rufen dich an bei deinen Namen: Perun\u2026 Donar. Komm\u2018 hergefahren und bringe dem Land fruchtbaren Regen, den es so dringend n\u00f6tig hat.<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben heute unsere mythologische Reise am Wasser der Warnow \u00a0begonnen. Es folgten Steine und Himmel, nun das Abendrot. Etwas unterhalb der Eiche liegt das Moor. Eingang in eine andere Welt, die Dinge in sich aufnimmt, verwandelt, umwandelt, altes zum Abschlu\u00df bringt\u2026 Nerthus.<\/p>\n\n            \n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erinnerung Als wir 2014 mit unserer Familie hier auf&#8217;s Land zogen, bewohnte ich zuvor eine kleine \u00dcbergangswohnung auf einem alten Gutshof. In unmittelbarer N\u00e4he lag mitten in einem Feld eine Megalithanlage, die sich in einem v\u00f6llig verwilderten und zugewachsenen Zustand befand. Ich entdeckte sie zuf\u00e4llig. 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