Archiv der Kategorie: Mittsommer

Das fließende Jahresschema

Mein Verständnis vom Jahreskreis orientiert sich weniger an der absoluten Festlegung gewisser Fixpunkte, wie dies die Liste der Jahreskreisfeste vermuten lassen könnte. Vielmehr sehe ich diese Festzeitpunkte als Ankerpunkte innerhalb der Jahresabschnitte. Die Grafik soll das etwas verdeutlichen. Damit möchte ich sagen, daß ich zum Beispiel das Disenblót nicht zwingend genau an dem oben genannten Termin abhalten muß, wenn es draußen stark stürmt und ohne Ende regnet. Manche machen das vielleicht, weil sie drauf beharren – bitte, unbenommen – das kann man gern so halten. Ich sehe das aber anders. Meinem Verständnis nach beginnt ein fließender Zeitraum, der dann in den nächsten übergeht. Die Zeit nach Jul, dem noch winterkalten Frühjahr und Ostara ist ein gutes Beispiel. Die Julzeit geht mit Ende der Rauhnächte ja nicht schlagartig in den Frühling über. Dazwischen liegt die Festzeit der Disen (Dísir). Natürlich kann man einen Festzeitpunkt für sein Blót planen, denn es heißt ja nicht, daß all dies völlig ungeplant vonstatten geht. Wenn der Zeitpunkt zum Vollmond jedoch nicht günstig erscheint, so ist damit die Zeit der Disen nicht vorüber… sondern hat erst begonnen, bis sie fließend in den Frühling (Ostara) übergeht. Ich hoffe, daß die Grafik dies halbwegs klar werden lässt.

Vollmond in den Mittsommernächten

  • Vollmond beim Mittsommerblót

Ein seltenes Ereignis zur Mittsommernacht, daß der Vollmond in einem tiefroten Orange bis Bernsteinton am Nachthimmel erstrahlt.  Es wird gesagt, daß diese Konstellation, also Bernsteinmond zum Mittsommerblót, wohl nur einmal pro Menschenleben zu genießen ist.

Nachtwanderer im Blaugewand
Wir rufen Dich, der du Grim heißt,
Wanderer und Helmträger,
Sturmwindwallender Speer-Ase,
geselle Dich zu uns und sei unser Gast.

Zugleich weihten wir unser Steinheiligtum ein: Ein Hörgr inmitten einer kreisrunden Stätte, eingehegt von einem kleinen Erdwall. Alles zusammen misst etwa 12 Meter im Durchmesser und befindet sich auf unserem Grundstück hinter unserem Haus. Das ist eben der Vorteil, wenn man nicht direkt in einem mehr oder weniger sterilen Wohngebiet wohnt. An dem Steinheiligtum habe ich jetzt genau zwei Jahre gebaut. Wenn mir in nächster Zeit mal ein paar schöne Aufnahmen gelingen, schreibe ich mal’nen kleinen Beitrag. Auf Asentr.eu hatte ich letztes Jahr unter Heiligtumsarbeit schon ein bisschen was darüber geschrieben. In der Zwischenzeit hat sich allerdings einiges geändert.