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Herbstlicht im Walddunkel

Würdig wissen Wald und Fels mit dir zu schweigen. Gleiche wieder dem Baume, den du liebst, dem breitästigen: still und aufhorchend hängt er über dem Meere.

Nietzsche

Letztes Wochenende war Herbst-Tagundnachtgleiche am 21./22.September und damit auch die Zeit des Herbstopfers. Wir fühlen, daß der Sommer so langsam vorüber ist – auch wenn es durchaus noch warm sein mag. Die Felder sind abgeerntet und die ersten Vögel verlassen uns schon wieder Richtung Süden. Wir jedoch bleiben hier in unserer Heimat, wo wir in die ewige Spirale des Jahresrads eingebunden sind. War es eine gute Ernte? Das muß in der heutigen Zeit jeder für sich beantworten, da die meisten von uns nicht mehr im bäuerlichen Bereich tätig sind. Herbstfest, das heißt immer auch ein wenig Resümee halten: das Jahr geht zu Ende – was hatte ich mir vorgenommen? Was habe ich erreicht? Was kann ich noch verändern, um zum Julfest das Jahr zufrieden abschließen zu können?

Wir haben die Zeit genutzt und eine kleine Wanderung durch den Wald unternommen:

Ein Meer von Blättern umringt uns, als wir den Wald betreten. Des Waldes Dunkel – wir treten ein. Wie durch ein Tor, vom Alltag in das Besondere. Und in diesem ersten Hauch des Herbstes wollen wir ein Stück den Wald durchwandern. Durch dieses alte Land, vorbei an den Hügeln der Ahnen, an den Felsen der Vorzeit, die zwischen den hohen Stämmen schlummern.

Die Sonne scheint und es wird wohl einer der letzten spätsommerlichen Tage sein, die den Übergang bilden… die uns hinüber geleiten in die dunkle Jahreszeit.

Durch den Wald führt ein Weg. Nach einer Weile verlassen wir ihn und gehen an einem Waldbach entlang. An einer besonders schönen Stelle machen wir Halt und genießen das leise Gluckern des Wassers inmitten der Farne… Hier lassen wir uns nieder und bereiten ein kleines Herbstblót vor.

Erhebt das Horn. Danket den Waltenden, den Asen und Wanen, den Wesen in Feld und Flur, den Alben und Disen. Wir halten einen Moment inne und bringen unsere Gaben dar – zum Danke für ein gutes Jahr.

Regenschauer und Sonnenschein sendest du Midgard,
wo Menschen dich rufen, Fro Ing!
Offenbare dich in nachtdunklen Wäldern des Nordens,
und in lichten Laubhainen über die weiße Wolken eilen
wie Skidbladnir mit geblähtem Segel.

In alten Hainen sehen wir dich,
Im Röhren des Hirschs hören wir dich,
Im herzhaften Brot schmecken wir dich,
Im Schlagen unserer Herzen fühlen wir dich;
Fro Ing!

Wir danken für ein gutes Jahr und wünschen Glück im nächsten.

Tauche ein in das Dunkel des Waldes. Herbstlicht glitzert durch das hohe Blätterdach. Hier… abseits des Alltags, des Lärms und der Geschäftigkeit des gewöhnlichen Lebens… tauchen wir ein in die erhabene , ja majestätische Welt zwischen Himmel und Erde, die uns ganz aufnimmt in ihre Sphäre und mit intensiven Eindrücken umgibt, um uns danach wieder freizulassen mit all den Impressionen und Gedanken.

Das fließende Jahresschema

Mein Verständnis vom Jahreskreis orientiert sich weniger an der absoluten Festlegung gewisser Fixpunkte, wie dies die Liste der Jahreskreisfeste vermuten lassen könnte. Vielmehr sehe ich diese Festzeitpunkte als Ankerpunkte innerhalb der Jahresabschnitte. Die Grafik soll das etwas verdeutlichen. Damit möchte ich sagen, daß ich zum Beispiel das Disenblót nicht zwingend genau an dem oben genannten Termin abhalten muß, wenn es draußen stark stürmt und ohne Ende regnet. Manche machen das vielleicht, weil sie drauf beharren – bitte, unbenommen – das kann man gern so halten. Ich sehe das aber anders. Meinem Verständnis nach beginnt ein fließender Zeitraum, der dann in den nächsten übergeht. Die Zeit nach Jul, dem noch winterkalten Frühjahr und Ostara ist ein gutes Beispiel. Die Julzeit geht mit Ende der Rauhnächte ja nicht schlagartig in den Frühling über. Dazwischen liegt die Festzeit der Disen (Dísir). Natürlich kann man einen Festzeitpunkt für sein Blót planen, denn es heißt ja nicht, daß all dies völlig ungeplant vonstatten geht. Wenn der Zeitpunkt zum Vollmond jedoch nicht günstig erscheint, so ist damit die Zeit der Disen nicht vorüber… sondern hat erst begonnen, bis sie fließend in den Frühling (Ostara) übergeht. Ich hoffe, daß die Grafik dies halbwegs klar werden lässt.

Auf dem Alten Pfad… Gedanken

Ein Gastbeitrag

Ich fühle mich frei. Frei, zu tun, was ich möchte,  frei zu sein wie ich bin – ohne etwas darstellen zu müssen, ohne das Gefühl zu haben irgendwas beweisen zu müssen, aber vor allem: ohne jede Furcht davor, was irgendwer denken mag, wenn ich tue was ich tue oder sage was ich sage.

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