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Steine – Wasser – Himmel. Eine mythologische Blót-Wanderung im Warnowtal

Erinnerung

Als wir 2014 mit unserer Familie hier auf’s Land zogen, bewohnte ich zuvor eine kleine Übergangswohnung auf einem alten Gutshof. In unmittelbarer Nähe lag mitten in einem Feld eine Megalithanlage, die sich in einem völlig verwilderten und zugewachsenen Zustand befand. Ich entdeckte sie zufällig. Um mir überhaupt Zugang zu verschaffen, musste ich zunächst haufenweise Totholz beiseiteschaffen. Weiterlesen

Zerrissene Welten – Ein Blótbericht

Diverse Themen in der alten Sitte werden kontrovers diskutiert und sind Plattform für vielerlei Ansichten, die polarisieren. Auch hier in ING´s vorzüglichem Blog wird auf schöne Weise auf solche Themen eingegangen. Ab von weltlichen Themen findet jeder, der ein paar Minuten Zeit investiert sich scheidende Geister zu folgendem Passus:

Eine Esche weiß ich stehn, sie heißt Yggdrasil.

Die hohe, umhüllt von hellem Nebel;

von dort kommt der Tau, der in Täler fällt,

immergrün steht sie am Urdbrunnen.

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Das fließende Jahresschema

Mein Verständnis vom Jahreskreis orientiert sich weniger an der absoluten Festlegung gewisser Fixpunkte, wie dies die Liste der Jahreskreisfeste vermuten lassen könnte. Vielmehr sehe ich diese Festzeitpunkte als Ankerpunkte innerhalb der Jahresabschnitte. Die Grafik soll das etwas verdeutlichen. Damit möchte ich sagen, daß ich zum Beispiel das Disenblót nicht zwingend genau an dem oben genannten Termin abhalten muß, wenn es draußen stark stürmt und ohne Ende regnet. Manche machen das vielleicht, weil sie drauf beharren – bitte, unbenommen – das kann man gern so halten. Ich sehe das aber anders. Meinem Verständnis nach beginnt ein fließender Zeitraum, der dann in den nächsten übergeht. Die Zeit nach Jul, dem noch winterkalten Frühjahr und Ostara ist ein gutes Beispiel. Die Julzeit geht mit Ende der Rauhnächte ja nicht schlagartig in den Frühling über. Dazwischen liegt die Festzeit der Disen (Dísir). Natürlich kann man einen Festzeitpunkt für sein Blót planen, denn es heißt ja nicht, daß all dies völlig ungeplant vonstatten geht. Wenn der Zeitpunkt zum Vollmond jedoch nicht günstig erscheint, so ist damit die Zeit der Disen nicht vorüber… sondern hat erst begonnen, bis sie fließend in den Frühling (Ostara) übergeht. Ich hoffe, daß die Grafik dies halbwegs klar werden lässt.

Jahreskreis 2017

Wie jedes Jahr läßt sich über die Zeitpunkte trefflich diskutieren, wann die Jahresfeste am Besten zu feiern wären. Und wie immer halte ich mich aus derlei Diskussionen gepflegt raus, weil ich a) der Meinung bin, daß sowieso jeder seinen eigenen Weg finden muß, und b) ich die Ergebnisse meiner Erwägungen nie als allgültige Wahrheit ansehe.
Es kann immer sein, daß plötzlich an der nächsten Gedankenecke ein übersehenes Detail hervorspringt und die Kompaßnadel, trotz sorgfältiger Abwägungen, graduell verändert. Bei der Einordnung der Jahresfeste handelt es sich aber im Grunde um Ankerpunkte, die einen gewissen Raum markieren, in dem sich ein Blót verorten läßt, ggf. unter Berücksichtigung regionaler Variablen.

Die Überlegungen, die ich zu den Jahresfesten angestellt habe, lassen sich hier nachlesen. Daraus ergeben sich für mich folgende Daten:

11.02. – Disenblót (Februar Vollmond)
20.03. – Frühjahrsblót bzw. Ostara (Tagundnachtgleiche)
30.04. – Sigrblót (Übergang April / Mai)
21.06. – Mittsommerblót (Sommersonnenwende)
22.09. – Herbstblót (Tagundnachtgleiche)
05.10. – Winternächteblót (Oktober Vollmond)
21.12. – Julblót (Wintersonnenwende)

Und wem noch so manche Diskussion um Authentizität in den Ohren liegt, dem wird eventuell auffallen, daß sich die dargestellten Jahresdaten weder in einem vierspeichigen, noch in einem achtspeichigen Rad abbilden lassen.
Das in heidnischen Kreisen häufig anzutreffende achtspeichige Rad sieht sich ja dem Vorwurf ausgesetzt, aus Wicca-Richtung beeinflusst worden zu sein, was möglicherweise nicht ganz von der Hand zu weisen ist, ich hier aber auch gar nicht werten möchte.
Den hier dargestellten Jahresdaten liegen die vier solaren Zeitpunkte (Sommer- und Wintersonnenwende, sowie die Tagundnachtgleichen in Frühjahr und Herbst) zugrunde, erweitert um die Feste Disenblót, Sigrblót und Winternächteblót, welche quellentechnisch gut überliefert sind.