Archiv der Kategorie: Jul

Licht und Dunkel 3 – Heervater

Laß Heervater um Huld uns bitten.

Er vergilt und gibt Gold den Seinen;

Hermod gab er Helm und Brünne,

Schenkte Sigmund ein Schwert zu eigen;

Gibt Sieg diesen, Besitz denen,

Rat und Rede Recken vielen,

Fahrwind den Degen, Dichtkunst Skalden,

Mannhaftigkeit manchem Helden.

Hyndlalied Str. 2 und 3
Hohe heilige Götter, euch sei zu Ehren erhoben das Horn.
Die winterlichen Flammen des Julfeuers schlagen empor…

Licht und Dunkel 1 – Winterfunken

In keiner anderen Jahreszeit tritt das Wechselspiel zwischen Licht und Dunkel so kontrastreich hervor wie im Winter. Schon die Wintersonnenwende wirft uns einen schmalen Lichtstreif in Richtung der wieder heller werdenden Tage – und von den Julfeuern, die in dieser Zeit brennen, flimmert so manch ein Funken in den dunklen Nachthimmel empor. Und mir scheinen die Rollen zwischen Licht und Dunkel nie klarer verteilt zu sein, als in jener Zeit. Hell zieht die Wintersonne am späten Morgen ihre flache Bahn und bald schon, wenige Stunden später, naht wieder das Dunkel.

Winter

Aber ohne Kontraste, was wäre dann alles…? Das Dunkel, in dem ich die Sterne betrachte. Oder das Dunkel des beruhigenden Schlafes. Es kann auch etwas Erhellendes sein, fasziniert den nachtblauen Himmel zu beobachten, um darin den weiten Mantel, ja den Umhang des einsamen Wanderers zu sehen. Baetke schrieb in „Das Heilige im Germanischen“:

So erlebt der Mensch das Numinose in einem eigenartigen Kontrast: einmal als das Fürchtende, zu Scheuende, als das Mysterium tremendum, andererseits als das Anziehende, Gute und Gnädige, ihn Beglückende, das „Fascinosum“.

Winter

Das fließende Jahresschema

Mein Verständnis vom Jahreskreis orientiert sich weniger an der absoluten Festlegung gewisser Fixpunkte, wie dies die Liste der Jahreskreisfeste vermuten lassen könnte. Vielmehr sehe ich diese Festzeitpunkte als Ankerpunkte innerhalb der Jahresabschnitte. Die Grafik soll das etwas verdeutlichen. Damit möchte ich sagen, daß ich zum Beispiel das Disenblót nicht zwingend genau an dem oben genannten Termin abhalten muß, wenn es draußen stark stürmt und ohne Ende regnet. Manche machen das vielleicht, weil sie drauf beharren – bitte, unbenommen – das kann man gern so halten. Ich sehe das aber anders. Meinem Verständnis nach beginnt ein fließender Zeitraum, der dann in den nächsten übergeht. Die Zeit nach Jul, dem noch winterkalten Frühjahr und Ostara ist ein gutes Beispiel. Die Julzeit geht mit Ende der Rauhnächte ja nicht schlagartig in den Frühling über. Dazwischen liegt die Festzeit der Disen (Dísir). Natürlich kann man einen Festzeitpunkt für sein Blót planen, denn es heißt ja nicht, daß all dies völlig ungeplant vonstatten geht. Wenn der Zeitpunkt zum Vollmond jedoch nicht günstig erscheint, so ist damit die Zeit der Disen nicht vorüber… sondern hat erst begonnen, bis sie fließend in den Frühling (Ostara) übergeht. Ich hoffe, daß die Grafik dies halbwegs klar werden lässt.

Julfest & Wintersonnenwende – ein Rückblick

Ein Gastbeitrag

21.12.2017  Es ist soweit…..Ende und Anfang stehen so nah zusammen, wie niemals sonst im Jahr. Der dunkelste Tag, die längste Nacht standen uns am 21.12. bevor und am 22.12. begann der neue Kreislauf. Licht und Leben werden wieder stärker. Die Tage länger, die Nächte kürzer.

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Ein Wintergruß

Tauschnee fleckt die nassen Wiesen.
Flutgeschwollen rauscht die Au.
Wo sonst Winde Hörner bliesen,
Lagert schweigsam Nebelgrau.
Tropfenfall summt eigne Weise.
Sind es müde Winterklagen
Oder ist es schon das leise
Sehnen, kaum gewagtes Fragen
Nach dem jungen Knospensprießen?

Tauwetter von Hans Anton Schütt

  • Jul