Archiv für den Monat: Januar 2019

Hörgr im Frost

Ihr schönen Eisigen im Frostgewand,
schont weder Kraut noch Gras!
Was ihr berührt mit eis’ger Hand,
wandelt ihr in starres Glas.

Wege und Wiesen sind zugedeckt,
Und der Himmel selbst verhangen,
Alle Steine sind versteckt,
Alle Weiten eingegangen.

Skadi – bogenschießende Wintergöttin.
Eisige Schöne auf schnellen Ski
Öndurdís – Tochter des Frostriesen Thjazi
verhüllst in Winterkälte die Erde,
Nerthus verharrt auf Wiederkehr.

Ullr – über schneebedeckte Berge im Nordlicht
eilst Du zu uns, so strahlend
wie nur ein Wintergott.
Önduráss – bogenbewehrter Schneeschuhläufer
wir heißen Dich willkommen!

Die Weihe der Thorshämmer…

… und weiteren Anhänger, meines Speers und des Eidrings, sollte eigentlich heute Morgen in aller Früh in meinem Steinheiligtum, dem Hörgr, stattfinden. Doch dem kundigen Auge verrät das Schlüsselwort „eigentlich“ sofort, dass der Wunsch mal wieder der Realität weichen musste. Schuld ist der  unnachgiebige und geradezu erbarmungslose Mecklenburger Winter: Sprühregen bei 4 °C. Den ganzen Tag.

Das hat mir einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht, denn wenigstens ein paar trockene Minuten bräuchte ich schon, um mein Weihe-Blót am Steinaltar durchführen zu  können… vor allem verlässliche trockene Minuten… Aber in einem Mecklenburger Winter…nein…

Also baute ich kurzerhand meinen Stallr im Haus auf und führte für jeden Anhänger ein kleines Weiheritual durch.

Kern dieser Handlung sind folgende Worte:


Mächtiger Thor, Midgards Schützer,
Du weihst die Würdigen, wehrst der Not,
Mit nährendem Nass benetzt du die Erde,
gibst Kraft der Krume,
Stärke den Stämmen,
Segen den Sippen,
Mut jedem Menschen.

Thor, Sohn der Erde und Odins!
Vater von Macht, Mut und Kraft!
Ich bringe dir dieses Zeichen deines Hammers,
das der Träger um seinen Hals tragen will,
dir zur Ehre und im Vertrauen auf deine Stärke.
Dieser Hammer ist geschmiedet aus Feuer und Stahl.
Möge er seinem künftigen Träger Kraft und Mut geben,
wann immer er ihrer bedarf,
und ihn schützen auf all seinen Wegen!
Thor weihe diesen Hammer!

Diese Weihe-Anrufung lässt sich ganz einfach auf alle möglichen Gegenstände abwandeln. Der Grundaufbau stammt aus dem Buch „Das Heilige Fest“ von F. Steinbock.

Anfang der Woche gehen die Thorshämmer (+Eidring) also auf die Reise… flieg auf, mein Brief-Rabe…

Das Wikingerschiffmuseum in Ladby

Asentr.eu startet 2019 mit einem Gastbeitrag

Das neue Jahr beginnt mit einem schönen Beitrag über das Totenschiff im Wikingerschiffmuseum in Ladby, Ostfünen in Dänemark. Es handelt sich um einen Gastbeitrag von Silberreiher. Er wonht in Niedersachsen und beschreibt seinen persönlichen Weg mit den Worten: Mein Weg zu unseren Göttern begann mit dem Interesse an der Wikingerzeit und den 10 Bänden von Bernard Cornwells Uhtred-Saga. Dann begann ich, die 24 Runen zu lernen, fuhr öfters nach Dänemark und versuche, Dänisch zu lernen. Viel Spaß beim Lesen und herzlichen Dank, lieber Silberreiher.

Das Wikingerschiffmuseum in Ladby

Frisch aus der Schmiedeglut: Neue Thorshammer-Kollektion

Den ganzen Tag Nebel bei Temperaturen um die 2 °C. Da könnte ich doch mal wieder die Funken aufstieben lassen… dachte ich mir vor einigen Tagen. Und tat das dann auch. Also legte ich Feuer an die Schmiedekohle meiner offenen Feldschmiede und wollte einigen Ideen nachgehen. Hängen blieb ich zuerst bei einigen Ringen, schmiedete mir dann einen kleinen Speer-Anhänger (dazu vielleicht mehr in einem späteren Beitrag) und probierte dann einige kleine Thorshämmer. Erst mal nur zur Probe, denn man weiß ja nie so recht wie’s wirklich wird. Ja, aber doch – eigentlich muß ich sagen, daß ich mit der Kollektion der Thorshämmer ganz zufrieden bin. Auf dem Bild erkennt man die fertig nachbearbeiteten an dem Ring und der Schwärzung.

Geschmiedete Anhänger

Jetzt muß ich dazu sagen, daß ich ein großer Freund der einfachen und archaisch anmutenden Formen bin. Nichts ist für mich schlimmer, als der industriell glattpolierte Plunder auf diversen Märkten. Ich erfreue mich eher an solchen Dingen:

Geschmiedeter Thorshammer-Anhänger

So, nun lange Rede und kurzer Sinn. Auf dem Bild sind 5 Stück zu sehen und zwei sind bereits vergeben. Da ich diese Stücke aus Spaß an der Freude herstelle und sie für mich keinen großen Kostenfaktor darstellen, möchte ich sie verschenken – allerdings nur an jene treuen Leserinnen und Leser, die sich in meinem Newsletter registriert haben. Ich werde das also gleich noch mal über den Newsletter schreiben und anfügen, daß jeder, der sich für so ein Stück erwärmen kann, mir kurz eine Mail schreiben möge.

Da es an der Zahl nicht sonderlich viele Thorshämmer sind, werde ich in nächster Zeit noch mal eine neue Runde aus der Schmiedeglut holen. Wenn’s dieses Mal also nicht reicht, reserviert man für’s nächste Mal.

Worum ich allerdings bitten würde, wäre ein Unkostenbeitrag von 5 Euro für Porto, Schmiedekohle und ein passendes, hochwertiges, schwarzes Lederband, das so einen Anhänger erst zum Anhänger macht. Ja, von daher ist der Thorhammer kostenlos. Ich möchte aber ungern 5 oder 10 mal Porto bezahlen. Und wenn dabei ein kleiner Obolus für einen neuen Sack Schmiedekohle hängen bleibt, dann freut es mich. Denn zu den Thorshämmern sei gesagt, daß kein Stück dem anderen gleicht, jeder ist ein Unikat. Allein für die Nachbearbeitung benötige ich pro Stück etwa 20 Minuten oder mehr. Ok ja, ich arbeite langsam ;-)… aber wad soll’s.

Walnüsse für die Raben und Krähen

Unsere Walnussernte war in diesem Jahr so gut wie noch nie. Über 35 Kg lagen vor dem Julfest in den Säcken fertig getrocknet. Dazu muß ich auch betonen, daß wir einen verhältnismäßig trockenen Herbst hatten und die Trocknung dadurch erheblich unterstützt wurde. Mehr Bio geht nicht, eigene Ernte ist und bleibt das Beste.

Nun ist mir vor einiger Zeit aufgefallen, daß sich gegen Spätsommer in den Eichen und Linden, die unweit rings um unser Grundstück wachsen, jedes Jahr regelmäßig Raben und Krähen ansiedeln. Und ja, hauptsächlich handelt es sich tatsächlich um Kolkraben-Paare. Und ja, ich kann Raben sehr wohl von Krähen oder auch den größeren Rabenkrähen recht sicher unterscheiden. Allein der unnachahmlich rauhe Ruf des Raben ist zusammen mit dem Flugbild (Schwanzgefieder beim Raben keilförmig, bei der Krähe halbrund) ein sicheres Erkennungszeichen. Nun läßt sich der schwarzgefiederte Besuch nach einiger Beobachtung gut erklären: Sobald unsere Walnuss beginnt Früchte zu tragen, finden sich die Tiere ein, weil sie ihnen über einen langen Zeitraum eine zuverlässige und üppige Nahrungsquelle bietet. Die Raben und Krähen aller Art nehmen die Nüsse in ihrem Schnabel mit zur Straße und lassen sie immer wieder fallen, bis die Nuss entweder von allein aufspringt, oder über kurz oder lang ein Auto drüber fährt. Sie sind eben schlau. Nun sind die Nüsse aber ziemlich groß und können daher nur von den größeren Vögeln transportiert werden, also vorwiegend den Raben und Rabenkrähen. Alle anderen Vögel versuchen vor Ort unter dem Baum ihr Glück und picken mit ihrem spitzen Schnabel ein Loch hinein. Und das funktioniert erstaunlich gut.

Walnüsse in einer Runenschale für unsere schwarzgefiederten Freunde

Wir kommen unterdessen bestens miteinander klar. Es liegen wirklich so große Mengen unter dem Baum, daß wir lange nicht alles aufsammeln können. Irgendwann hat man auch einfach keine Lust mehr. Selbst die Nachbarn dürfen sammeln. Und so bleibt mehr als genug für diese wunderschönen und klugen Vögel übrig.

Inzwischen ist aber Winter und die Nahrung der Tiere ist knapp geworden. Die verbliebenen Wintervögel bekommen von uns sowieso Winterhilfe. Heute habe ich mir aber gedacht… weißte was, warum stell’ste nicht einfach mal’ne Schale mit aufgeschlagenen Nüssen hin. Mal sehen was passiert. Eine Opfergabe für die Raben und alles Schwarzgefiederte. Ich werde es die nächsten Tage mal beobachten und berichte dann beizeiten.


Aufgeschlagene Walnüsse in einer Runenschale für unsere schwarzgefiederten Freunde

Gesamtreihe: Jüngere Edda, Götter- und Heldenlieder

Das Julfest liegt hinter uns, bald auch die Rauhnächte. Doch draußen wütet unwirsches Wetter, zerrt an den Fenstern, am Dach und eigentlich an allem, was wir in der hellen und warmen Jahreszeit draußen aufbauen. Ein schneller Weg rüber in die Werkstatt… ja, das vielleicht. Doch kaum mehr bewegt mich hinaus ins Dunkel, in das nasskalte wütende Wetter.

Dies ist die beste Zeit für Literatur.

Wenn nachmittags das schwindende Licht die Schaffenskräfte nach innen lenkt, dann ist es Zeit für inneren Aufbau. Die alten Sagen der Götter und Helden, die Dichtkunst und das schöne Wort… in all die Schätze der Altvordern einzutauchen… Was gibt es Schöneres?

Eine besondere Empfehlung erhält diese Tage eine Trilogie, die inhaltlich und ästhetisch nicht besser zusammengehören könnte:

Band 1 „Die Jüngere Edda“ (Leseprobe)

Band 2 „Götterlieder der Edda“ (Leseprobe)

Band 3 „Heldenlieder der Edda“ (Leseprobe)

Gerade erst Anfang Dezember ist der dritte Band „Heldenlieder der Edda – Altnordisch und deutsch“ in der Gesamtreihe erschienen. Band 1 „Die Jüngere Edda“ hatte ich bereits hier in einer Kurzrezension erwähnt. Die darauf erschienenen Bände zwei und drei hatte ich gleich bestellt, um die Reihe zu vervollständigen. Denn neben der inhaltlichen Qualität spielt für mich auch immer der ästhetische Eindruck eine große Rolle. Und ich finde es einfach schön, wenn gute Bücher in ansprechender Gestaltung im Bücherregal stehen. Insbesondere wenn es um Literatur geht, die mir zur inneren Erbauung lieb und wichtig geworden ist. Mythisch-religiöse Texte gehören dazu. Und nur wenn dieses Gesamtpaket bestehend aus Inhalt, Aufbau und Gestaltung stimmt, dann kommt es zu diesen Momenten, in denen ich sage…

…das sieht einfach schön aus. Lange kann ich meinen Blick darauf ruhen lassen, bevor ich mir eines nehme und manche Stellen wieder und wieder lese.