Archiv der Kategorie: Weltanschauliches

Sei willkommen auf Midgard… die Kindsweihe

Liebes Kind, sei willkommen auf Midgard.
Lange Zeit haben deine Eltern auf deine Ankunft gewartet.
Dich gehört und gefühlt. Sei willkommen in unserer Mitte.

Liebes Kind, sei willkommen auf Midgard.
Der Segen der Götter begleite Dich auf Deinem Weg.
Möge Dir Gutes begegnen. Sei willkommen in unserer Mitte.

Liebes Kind, sei willkommen auf Midgard.
Mögest Du Stärke und Sanftmut in Dir vereinen.
Gehe deinen Lebensweg. Sei willkommen in unserer Mitte.

Liebes Kind, liebe Eltern.
Euer Leben wird nun ein anderes sein. Ihr seid eine Familie und zu dem herangewachsen, was nicht nur Wurzel ist, sondern noch viel mehr: Ihr seid Teil in der unendlichen Kette eurer Ahnen.

Kindsweihe: Wasserweihe und Namensgebung

Vor wenigen Wochen war es soweit; ein großes Ereignis stand an. Wenn nicht sogar das Bedeutendste im Lebenskreis der noch recht jungen Familie. Denn es waren jene beiden, die sich 2017 im Rahmen der Eheleite das Ja-Wort gaben – und nun kurze Zeit später folgte das junge Glück. Der Bund war geschlossen, der Grundstein gelegt, der mit der Geburt des ersten Kindes in einen neuen Kreis mündet. Welch stolzer, aber auch tief emotionaler Moment. Nicht nur für die beiden, sondern besonders auch für das gesamte familiäre Umfeld. Ein neues Familienmitglied ist dazu gekommen und wird nun Teil in der unendlichen Kette der Ahnen.

Die Geburt eines Kindes ist von besonderer Heiligkeit. Welch ein Moment an der Schwelle des Lebens, ja welch ein Moment für beide Eltern, aber ganz besonders für Mutter und Kind. Denn gerade dieses unsichtbare Band kann der Vater nur erahnen. Eine unbeschreibliche Verbindung, die ein Leben lang… ja sogar darüber hinaus besteht.
Für die Sippe bedeutet es, daß ein neues Glied in den Kreis tritt, die weit mehr umfaßt als die sichtbaren Menschen. Lebende und Tote bilden den Kreis der Sippe. Und daher ist eine Geburt nicht der Grenzpunkt des individuellen Lebens, sondern ein heiliges Ereignis im Leben der Sippe.

Asentr.eu – Die Kindsweihe

Ich persönlich finde es großartig, daß es heute wieder Kinder gibt, die in der Tradition der Alten Sitte aufwachsen. Das klingt so einfach und ist so schnell dahergesagt… oder geschrieben. Aber so einfach ist das gar nicht. Denn es heißt auch, sich selber in einer Welt durchzusetzen, die in vielen Bereichen durchaus differente Erwartungen an uns stellt; sich also mit seinen ureigenen Vorstellungen in gesellschaftlichen und kulturellen Fragestellungen einzufinden und zu positionieren. Dies für sich selber zu tun ist das Eine, das Andere aber, nun als Familie zu agieren und die Verantwortung für das Kind zu tragen.

Daher habe ich mich besonders gefreut, als ich nach der Eheleite um die Gestaltung und Ausführung der Kindsweihe gebeten wurde. Also machte ich mich mich zusammen mit meiner Familie auf den Weg. Auf einem alten Gutshof mit großem Garten und natürlicher Umgebung, wo die beiden wohnen, war ein Festzelt aufgebaut und alles vorbereitet. Viele Gäste waren bereits angekommen. Familie und Freunde kannte ich größtenteils noch von der Eheleite. Im hinteren Teil des Gartens hatte sich das Paar bereits eine Stelle ausgesucht, wo wir die Zeremonie durchführen wollten. Im Kreise alter Bäume und einer beachtlichen Hasel war ein Bereich mit Haselstäben abgesteckt.

Der eingehaselte Kindsweihe-Stallr
Familienleuchter, Hammer, Lebenskerze und Schale im inneren Kreis

Im naturbelassenen Garten war ein Weg ins hohe Gras gemäht, der direkt zu der Stelle führte. Vom Festzelt waren es etwa 50 Meter. Als ich das sah, war ich gleich begeistert und sagte, daß das wie ein Prozessionsweg aussieht. Sowas ist natürlich perfekt, um sich zu Beginn vor dem Festzelt zu sammeln, um gemeinsam den kurzen Fußweg zu genießen, der einfach auch noch mal inneren Abstand und Vorbereitung bietet, auf das was da folgt. Also hob ich auf dem Vorplatz mein Rufhorn empor und setze das Zeichen, daß es nun losgeht…

Es geht los… laßt uns beginnen…

Eine Kindsweihe ist die traditionelle Aufnahme des Kindes in die Familie. Dies ist verbunden mit der Wasserweihe und Namensgebung. Auch wenn es heute selbstverständlich so ist, daß der Name gleich zur Geburt vergeben wird, und die Kindsweihe dann erst später erfolgt, bleibt dies im Ritus erhalten. Früher wird es so gewesen sein, daß das Ritual gleich nach der Geburt durchgeführt wurde. In den Sagas findet sich ein Passus, der das gut darstellt:

Þóra ól barn um sumarið, og var það mær; var hún vatni ausin og nafn gefið og hét Ásgerður.

Thora gebar Im Sommer ein Kind und es war ein Mädchen; sie wurde mit Wasser besprengt und Asgerdr genannt.

Egils Saga Skalla-Grimssonar, Asentr.eu Kindsweihe – Wasserweihe und Namensgebung

Der gesamte Ablauf sieht dann so aus:

  1. Einhegung des Platzes
  2. Begrüßung der Gemeinschaft
  3. Anrufung
  4. Entzünden des Familienleuchters
  5. Wasserweihe
  6. Namensgebung
  7. Treumundschaft (Paten)
  8. Hornumtrunk (Kindsweihehorn mit Met)
  9. Öffnen des Festkreises
    Ausleitung | Signalhorn

Auf die einzelnen Details des ausgestalteten Rituals gehe ich an dieser Stelle nicht näher ein. Wer hier mit dem Gedanken spielt, einen ähnlichen Weg zu beschreiten, kann gerne Kontakt zu mir aufnehmen. Ich helfe dann gern. Da ich hier mitsamt der dargestellten Fotos aber schon verhältnismäßig viel veröffentliche, ziehe ich dann ganz bewußt eine Linie und belasse es dabei, lediglich einige Eindrücke zu beschreiben. Die Fotos darf ich freundlicherweise mit der Einverständnis des Paares in meinem Blog veröffentlichen und unterliegen selbstverständlich dem Urheberrecht.

Auf der Rückfahrt nach Hause wurden wir dann noch mal mit einem schönen Naturschauspiel belohnt: Nachdem Thor mit seinem Wagen donnernd über unsere Köpfe gezogen war, zeigte sich ein beeindruckendes Farbenspiel zwischen den Feldern und den darüber eilenden Wolkenformationen…

Remembrance for Guido?

Remembrance for Guido (v.) List?

Folkish or not folkish – das war mal vor einigen Jahren, oder besser gesagt vor gut einem Jahrzehnt oder länger, ein heiß diskutiertes Thema innerhalb der germanisch-heidnischen Szene. Es war im Grunde genommen auch nur zu uns rübergeschwapt, über den großen Teich sozusagen, von  der US-Asatru zu uns in den deutschsprachigen Bereich. Und was macht man als deutschsprachiger Heide mit so einem Begriff? Man versucht ihn zu übersetzen und in den Kategorien einzuordnen, die einem geläufig sind. So wurde aus „folkish“ dann „völkisch“, was eigentlich nicht ganz richtig ist. Soll aber gar nicht erneut thematisiert werden, nicht unsere Baustelle. Die Alte Sitte hat dazu ihren Standpunkt, nachzulesen hier, hier und hier.

Von den damaligen Foren-Diskussionen ist kaum noch etwas erhalten geblieben, da viele Foren in der Zwischenzeit mehrfach aktualisiert wurden oder durch Updates in dieser Form nicht mehr existieren. Das Internet „vergisst“ also doch… ;-). Übrig geblieben  ist allerdings noch ein guter Artikel von T. Peters aus dem Jahr 2003, der erfreulicherweise noch auf den Eldaring-Seiten unter Literatur/Artikel zu finden ist. Lesenswert. Hier ging es damals um die Auseinandersetzung zwischen folkish und universalist(isch).

Nun muss man bei der ganzen Thematik bedenken, dass viele Amis generell etwas unbedarfter an manche Dinge herangehen… naiv würde es sicher auch treffen. Gerade im Umgang mit historischen Bezügen scheinen es manche Vertreter der US-Asatru nicht allzu eng zu sehen.

Auf dem Instagram-Account der Asatru Folk Assembly (AFA, www.runestone.org) ist mir neulich zum Beispiel dies aufgefallen:

Jetzt muss man sich mal vor Augen halten, dass die amerikanische Asatru-Szene weltweit immerhin die meisten Anhänger hat, angeführt von der AFA – über die man sicher geteilter Meinung sein kann, aber auch festhalten kann, dass bestimmt nicht alles schlecht ist was sie machen. Zugegeben war ich 2013/2014 selber mal für kurze Zeit Mitglied. Damals hatten sie schon zwischen 600-1000 Mitglieder.

Dass einzelne Mitglieder mit esoterischen Vertretern (Guido (v.) List) dieser Epoche kokettieren und sich auch mal mit der einen oder anderen Symbolik schmücken, sei mal dahingestellt. Mir ist über die Jahre aber auch aufgefallen, dass auf den Fahnen und Wimpeln der AFA vermehrt die Schwarze Sonne in verschiedensten Ausprägungen und Abwandlungen zu sehen ist. Auch auf Instagram jetzt wieder. Für die Alte Sitte im deutschsprachigen Bereich hatte ich hier eine klare Haltung dargelegt.

Zu ihrem Ehrentag „FOR GUIDO VON LIST“ schreibt die AFA, bzw. eine Vertreterin:

These days we are surrounded by a community of Asatruar. We have information available to us almost instantly and on demand. In the early days of our revival, this was not the case. It took years of research and thought to begin to rebuild, to lay the groundwork for what we have now. Guido von List was one of these early builders. Von List grew up surrounded by the natural beauty of Austria, and spent many days exploring the lands of his ancestors. Throughout the years he channeled his love for his heritage and home into his written works, promoting the return to native cultures and customs to his countrymen.
While recovering from a cataract surgery that had temporarily left him blind, List turned his thoughts to the secrets of the runes. Diving into these ancient symbols and the mysteries surrounding them led von List to develop the Armanen Futhark. The publication of these works drew many back to their ancestral faith, and added to the momentum of our revival. List spent the rest of his life promoting and educating. His work has inspired many others to seek the truths that lie within our lore, our history, and ourselves. As we continue to grow as individuals as well as a community, it’s time that we gave Guido von List the credit he deserves. Hail Guido von List!!! Submitted by Gythia student, Anna Funk

asatrufolkassembly

Schnell übersetzt:

In diesen Tagen sind wir von einer Gemeinschaft von Asatruar umgeben. Wir haben Informationen fast sofort und auf Anfrage zur Verfügung. In den frühen Tagen unserer Wiederbelebung war dies nicht der Fall. Es dauerte Jahre der Forschung und des Denkens, mit dem Wiederaufbau zu beginnen und die Grundlagen für das zu legen, was wir jetzt haben. Guido von List war einer dieser frühen Erbauer. Von List wuchs inmitten der natürlichen Schönheit Österreichs auf und erforschte viele Tage das Land seiner Vorfahren. Im Laufe der Jahre hat er seine Liebe zu seinem Erbe und seiner Heimat in seine schriftlichen Arbeiten gesteckt und die Rückkehr zu einheimischen Kulturen und Bräuchen bei seinen Landsleuten gefördert.
Während List sich von einer Kataraktoperation erholte, die ihn vorübergehend blind gemacht hatte, wandte er sich den Geheimnissen der Runen zu. Das Eintauchen in diese alten Symbole und die sie umgebenden Geheimnisse veranlasste von List, den Armanen-Futhark zu entwickeln. Die Veröffentlichung dieser Werke führte viele auf ihren angestammten Glauben zurück und trug zur Dynamik unserer Wiederbelebung bei. List verbrachte den Rest seines Lebens damit, sich zu fördern und auszubilden. Seine Arbeit hat viele andere dazu inspiriert, die Wahrheiten zu suchen, die in unserer Überlieferung, unserer Geschichte und uns selbst liegen. Da wir sowohl als Einzelperson als auch als Gemeinschaft weiter wachsen, ist es an der Zeit, dass wir Guido von List den Verdienst zollen, den er verdient.

Was soll man dazu sagen…?! Ich finde diese Entwicklung tatsächlich etwas schade. Natürlich kann man jetzt dagegen halten und sagen, dass das ja alles nichts Neues ist. Das ist mir auch klar, gerade wenn man die letzten 10 Jahre verfolgt. Dennoch halte ich dies gewissermaßen für eine neue Qualität, wenn auf Orga-Ebene ein Statement veröffentlicht wird, sich nah an die Linie der Ariosophie heranzubegeben.

Gut, im Endeffkt soll das Sache der AFA sein. Wenn sie auf US-Seite mit dieser Strategie gut fahren und Erfolg haben, soll mir das ja recht egal sein. Aber fest steht auch, dass das im Kern nichts mehr mit dem germanischen Heidentum zu hat, wie hier landläufig die Asatru – Alte Sitte gelebt wird. Das steht fest.

Kurzer Nachtrag: Sehr empfehlenswert in diesem Zusammenhang ist der Film von Rüdiger Sünner SCHWARZE SONNE: Mythologische Hintergründe des Nationalsozialismus.

Wenn aus Heiden Christen werden

Ich habe lange überlegt, wie ich das Thema nenne. Vielleicht eine schön klingende Umschreibung, aus der die Andeutung hervorscheint und im ersten Absatz klar werden lässt, worum es geht… ich mag sowas. Hier aber nicht. Schnörkellos und sachlich möchte ich ein Thema ins Bewusstsein rücken, das mich schon seit Jahren beschäftigt. Viele gute Menschen haben das heidnische Umfeld verlassen und ihre Schritte ganz unterschiedlich begründet. Ich kann sie nachvollziehen, teile sie aber nicht. Es übersteigt natürlich meine zeitlichen Grenzen, mich eingehend mit jeder persönlichen Entscheidung schriftlich-analytisch auseinanderzusetzen, obschon sie es wert wären, allein um daraus Schlüsse für die Alte Sitte zu ziehen.

Nun hat erneut ein langjähriger Asentreuer seine Segel gestrichen, um in christliches Fahrwasser überzusetzen. Ich hege weder Groll noch Enttäuschung, sondern sehe immer den Menschen an sich und wünsche ihm Glück und Erfüllung. Seine Gedanken hat er in einem Blogbeitrag veröffentlicht – und dies möchte ich zum Anlass nehmen. Weiterlesen

Idee & Wunsch: Erdschmiede

Jeder Mensch hat etwas, das ihn antreibt“, heißt es doch so schön in einer Werbung. Und derlei was einen so antreibt, gibt es sicher mehr als nur das eine „etwas“. So ist es auch mit den Wünschen. Manche Wünsche werden umgesetzt, andere warten auf ihre Erfüllung und gelegentlich kommt sogar noch mal einer dazu. Weiterlesen

Lasst uns ein heidnisches Netz für Hochzeiten knüpfen!

Ansprechpartner für Heidnische Hochzeiten gesucht

Ein Aufruf

Im Grunde ist es so: Über Asentr.eu erhalte ich jedes Jahr verschiedene Zuschriften in Form von Mails, in denen es um verschiedene Dinge geht. Ein Teil davon sind Fragen zu heidnischen Hochzeiten, auch Eheleiten genannt, also zum Beispiel was es grundsätzlich zu beachten gibt, wie der Ablauf ist, wie man sowas durchführt usw. bis hin zu der Frage, ob ich sowas für ein Brautpaar durchführen kann oder jemanden kenne, die/der das übernehmen würde. Weiterlesen