Geheimnisvoller Harz

Wir haben uns eine Woche Familienurlaub im relexa Hotel Harz-Wald Braunlage gegönnt und unternahmen von hier aus unsere Ausflüge. Braunlage liegt direkt am Wurmberg, also war dies unser erstes Ziel. Man muss dazu sagen, dass unsere Bambinos noch klein sind, weshalb wir auf größere Wanderungen verzichtet haben. Aber Seilbahnfahren ist natürlich auch sehr schön… 😉

Danach ging’s nach Wernigerode, eine dieser mittelalterlich anmutenden Städte. Wernigerode hat übrigens einen empfehlenswerten Miniaturenpark, in dem detailgetreue Nachbildungen bedeutender Bauwerke der Harzregion im Maßstab 1:25 ausgestellt sind. Nebenbei mit vielen schönen Spielplätzen für die Jüngsten. Darüber hinaus hat Wernigerode einen kleinen, aber feinen Bahnhof zu bieten. Unter anderem fährt nämlich von hier die Harzer Brockenbahn, worunter echte Dampflokomotiven zu verstehen sind. Es ist wirklich ein echtes Schauspiel, das Rangieren und Kohlebeladen am Bahnhof zu beobachten. Und dabei bin ich nicht mal ein ausgesprochener Eisenbahnfan… doch muss ich sagen; das hat was! Hier hatten wir jedenfalls im Vorwege Karten für eine Sonderfahrt zum Brocken via Internet reserviert. Wir holten sie also ab, um am morgigen Tag zu starten.

Und das war auch gut so, denn der Andrang am Morgen der Abfahrt war enorm. Gerade mit den Kindern war es doch sehr entspannt, weil wir ansonsten bestimmt eine halbe bis dreiviertel Stunde Wartezeit hätten einplanen müssen… mit quengeligen (bzw. erwartungsfrohen) Kindern kein Spaß. So hatten wir aber noch umso mehr Zeit, das Rangieren und Vorbereiten unserer Bahn zu verfolgen. Bis es dann losging – zum Brocken hinauf und nach Aufenthalt später zurück. Man muss dazu sagen, dass die Fahrten schon ihr Geld kosten. Ich musste mich im Vorwege wirklich überwinden, die Brockenfahrt in unser Urlaubsbudget einzuplanen. Die Preise tun weh. Obwohl wir Glück hatten, dass unsere Kinder noch so klein sind und kostenfrei mitfahren konnten. Das hat die Sache etwas entzerrt, zugegeben. Nun im Nachhinein bin ich jedoch sowas von froh, dass wir die Fahrt hinauf zum sagenumwobenen Brocken unternommen haben – es war jeden Taler wert.

Den Tag drauf ging’s nach Thale und von dort mit der Seilbahn zum Hexentanzplatz und zur Walpurgishalle hinauf. Die Walpurgishalle hatte ich schon auf Bildern gesehen, aber dann tatsächlich davor zu stehen, lässt das heidnische Herz höher schlagen. Überall in jedem noch so kleinen Dorf kann man allerhand christliche Bauwerke besuchen – aber hier oben, vor dem schier atemberaubenden Panorama der zerklüfteten Felsenschlucht steht diese monumentale Kulthalle im (laut Wikipedia) altgermanischen Stil. Eine Gruppe zögerlicher Besucher betrat den Vorplatz und überlegte, ob sie den lachhaften Eintritt von irgendwas um die 1,50 Euro berappen sollen… tse tse… Unter dem verhaltenen Grinsen meiner Frau sprach ich sie sofort an und meinte, dass sie bedenken mögen, dass man in Deutschland überall Kirchen und Moscheen stehen sehen kann – aber dies hier unsere ureigene Kultur ist und sich von daher im Grunde keiner entgehen lassen sollte. Die zögerliche Besuchergruppe (Typ irgendwas zwischen Deutscher Michel und Ottonormal Tagesschau-Gucker) reagierte etwas verdattert, beriet sich kurz und betrat die Walpurgishalle dann aber doch nicht. Ich könnte jetzt ausführen, wie sich für mich darin sinnbildlich  der Zustand unserer Gesellschaft widerspiegelt, lasse es jedoch an dieser Stelle. Abschließend kann ich nur sagen: Wenn es für jeden (germanischen) Heiden so eine Art „Pflichtprogramm“ oder besser gesagt „Pilgerstätten“ gäbe, die es sich lohnt im Leben wenigstens einmal angelaufen zu haben, dann gehört die Walpurgishalle samt ihrer ganzen Umgebung eindeutig dazu. Obschon ich hinzufügen möchte, dass der legendäre Hexentanzplatz zu vernachlässigen ist: Man genießt hier zwar die einmaligen Ausblicke über die Schlucht und Felsformation. Alles andere sind aber nur Fressbuden, Touristenbusse und Kommerz. Man findet jedoch viele abseitige Wege, die eine Erkundung sicher lohnen (siehe das Foto mit dem Stein der Fundstelle des altheiligen Opfersteins).

Neben einigen unerwähnten Aktivitäten möchte ich noch das Bodetal ansprechen. Den letzten Tag nutzten wir für eine Wanderung entlang der Bode, mit ihrer naturbelassenen Umgebung, ihren Stromschnellen und kleinen Wasserfällen.

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