Sigrblot at sumri

Das erste Opfer zum Winteranfang für das Jahreswachstum, dann wieder zur Mitte des Winters für guten Ertrag (der Ernte im kommenden Jahr) und zum dritten Mal am Sommeranfang, das Siegopfer.

Þá skyldi blóta í móti vetri til árs, en at miðjum vetri blóta til gróðrar, it þriðja at sumri, þat var sigrblót.

Laß Heervater um Huld uns bitten.
Er vergilt und gibt Gold den Seinen:
Hermod gab er Helm und Brünne,
Schenkte Sigmund ein Schwert zu eigen;
Gibt Sieg diesen, Besitz denen,
Rat und Rede Recken vielen,
Fahrwind den Degen, Dichtkunst Skalden,
Mannhaftigkeit manchem Helden.

(Hyndlalied 2,3)

Wenn ich ins Dunkel hinaus schaue, dann sehe ich zwei Wege; auf einem bin ich gekommen, der andere liegt vor mir. Zurückblickend sage ich mir: Gut, daß ich vorher nicht wußte wie schwer es manchmal wird. Vielleicht hätte ich dann nicht diesen, sondern jenen Weg eingeschlagen. Doch wo stünde ich heute dann? Wäre ich an einem anderen Ort und schriebe nicht diese Zeilen?

Vorausblickend sage ich mir: Nie weiß ich was kommt, doch eines ist Jahr um Jahr sicher; auf viele lichte Momente folgen noch mehr schwere. Uns geht es gut, doch bin ich mir dessen bewußt, daß kein Heil dieser Welt uns von allein zufällt und immer schwer errungen werden will. 

Und wenn ich hinaus trete unters dunkelblaue Sternenzelt, dem Mondlicht entgegen blickend, dann maße ich mir nicht an, die beiden Wege und die unzähligen Wendepunkte allein zu bewältigen. Dann danke ich jenen, die vor uns waren und nach uns sein werden. Walvater führt ihren Vorsitz und leitet gut, möge er seinen dunkelblauen Mantel segnend über Sippe, Heim und Hof spannen. Mehr gibt es an diesem Tag für mich nicht zu sagen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.