Remembrance for Guido?

Remembrance for Guido (v.) List?

Folkish or not folkish – das war mal vor einigen Jahren, oder besser gesagt vor gut einem Jahrzehnt oder länger, ein heiß diskutiertes Thema innerhalb der germanisch-heidnischen Szene. Es war im Grunde genommen auch nur zu uns rübergeschwapt, über den großen Teich sozusagen, von  der US-Asatru zu uns in den deutschsprachigen Bereich. Und was macht man als deutschsprachiger Heide mit so einem Begriff? Man versucht ihn zu übersetzen und in den Kategorien einzuordnen, die einem geläufig sind. So wurde aus „folkish“ dann „völkisch“, was eigentlich nicht ganz richtig ist. Soll aber gar nicht erneut thematisiert werden, nicht unsere Baustelle. Die Alte Sitte hat dazu ihren Standpunkt, nachzulesen hier, hier und hier.

Von den damaligen Foren-Diskussionen ist kaum noch etwas erhalten geblieben, da viele Foren in der Zwischenzeit mehrfach aktualisiert wurden oder durch Updates in dieser Form nicht mehr existieren. Das Internet „vergisst“ also doch… ;-). Übrig geblieben  ist allerdings noch ein guter Artikel von T. Peters aus dem Jahr 2003, der erfreulicherweise noch auf den Eldaring-Seiten unter Literatur/Artikel zu finden ist. Lesenswert. Hier ging es damals um die Auseinandersetzung zwischen folkish und universalist(isch).

Nun muss man bei der ganzen Thematik bedenken, dass viele Amis generell etwas unbedarfter an manche Dinge herangehen… naiv würde es sicher auch treffen. Gerade im Umgang mit historischen Bezügen scheinen es manche Vertreter der US-Asatru nicht allzu eng zu sehen.

Auf dem Instagram-Account der Asatru Folk Assembly (AFA, www.runestone.org) ist mir neulich zum Beispiel dies aufgefallen:

Jetzt muss man sich mal vor Augen halten, dass die amerikanische Asatru-Szene weltweit immerhin die meisten Anhänger hat, angeführt von der AFA – über die man sicher geteilter Meinung sein kann, aber auch festhalten kann, dass bestimmt nicht alles schlecht ist was sie machen. Zugegeben war ich 2013/2014 selber mal für kurze Zeit Mitglied. Damals hatten sie schon zwischen 600-1000 Mitglieder.

Dass einzelne Mitglieder mit esoterischen Vertretern (Guido (v.) List) dieser Epoche kokettieren und sich auch mal mit der einen oder anderen Symbolik schmücken, sei mal dahingestellt. Mir ist über die Jahre aber auch aufgefallen, dass auf den Fahnen und Wimpeln der AFA vermehrt die Schwarze Sonne in verschiedensten Ausprägungen und Abwandlungen zu sehen ist. Auch auf Instagram jetzt wieder. Für die Alte Sitte im deutschsprachigen Bereich hatte ich hier eine klare Haltung dargelegt.

Zu ihrem Ehrentag „FOR GUIDO VON LIST“ schreibt die AFA, bzw. eine Vertreterin:

These days we are surrounded by a community of Asatruar. We have information available to us almost instantly and on demand. In the early days of our revival, this was not the case. It took years of research and thought to begin to rebuild, to lay the groundwork for what we have now. Guido von List was one of these early builders. Von List grew up surrounded by the natural beauty of Austria, and spent many days exploring the lands of his ancestors. Throughout the years he channeled his love for his heritage and home into his written works, promoting the return to native cultures and customs to his countrymen.
While recovering from a cataract surgery that had temporarily left him blind, List turned his thoughts to the secrets of the runes. Diving into these ancient symbols and the mysteries surrounding them led von List to develop the Armanen Futhark. The publication of these works drew many back to their ancestral faith, and added to the momentum of our revival. List spent the rest of his life promoting and educating. His work has inspired many others to seek the truths that lie within our lore, our history, and ourselves. As we continue to grow as individuals as well as a community, it’s time that we gave Guido von List the credit he deserves. Hail Guido von List!!! Submitted by Gythia student, Anna Funk

asatrufolkassembly

Schnell übersetzt:

In diesen Tagen sind wir von einer Gemeinschaft von Asatruar umgeben. Wir haben Informationen fast sofort und auf Anfrage zur Verfügung. In den frühen Tagen unserer Wiederbelebung war dies nicht der Fall. Es dauerte Jahre der Forschung und des Denkens, mit dem Wiederaufbau zu beginnen und die Grundlagen für das zu legen, was wir jetzt haben. Guido von List war einer dieser frühen Erbauer. Von List wuchs inmitten der natürlichen Schönheit Österreichs auf und erforschte viele Tage das Land seiner Vorfahren. Im Laufe der Jahre hat er seine Liebe zu seinem Erbe und seiner Heimat in seine schriftlichen Arbeiten gesteckt und die Rückkehr zu einheimischen Kulturen und Bräuchen bei seinen Landsleuten gefördert.
Während List sich von einer Kataraktoperation erholte, die ihn vorübergehend blind gemacht hatte, wandte er sich den Geheimnissen der Runen zu. Das Eintauchen in diese alten Symbole und die sie umgebenden Geheimnisse veranlasste von List, den Armanen-Futhark zu entwickeln. Die Veröffentlichung dieser Werke führte viele auf ihren angestammten Glauben zurück und trug zur Dynamik unserer Wiederbelebung bei. List verbrachte den Rest seines Lebens damit, sich zu fördern und auszubilden. Seine Arbeit hat viele andere dazu inspiriert, die Wahrheiten zu suchen, die in unserer Überlieferung, unserer Geschichte und uns selbst liegen. Da wir sowohl als Einzelperson als auch als Gemeinschaft weiter wachsen, ist es an der Zeit, dass wir Guido von List den Verdienst zollen, den er verdient.

Was soll man dazu sagen…?! Ich finde diese Entwicklung tatsächlich etwas schade. Natürlich kann man jetzt dagegen halten und sagen, dass das ja alles nichts Neues ist. Das ist mir auch klar, gerade wenn man die letzten 10 Jahre verfolgt. Dennoch halte ich dies gewissermaßen für eine neue Qualität, wenn auf Orga-Ebene ein Statement veröffentlicht wird, sich nah an die Linie der Ariosophie heranzubegeben.

Gut, im Endeffkt soll das Sache der AFA sein. Wenn sie auf US-Seite mit dieser Strategie gut fahren und Erfolg haben, soll mir das ja recht egal sein. Aber fest steht auch, dass das im Kern nichts mehr mit dem germanischen Heidentum zu hat, wie hier landläufig die Asatru – Alte Sitte gelebt wird. Das steht fest.

Kurzer Nachtrag: Sehr empfehlenswert in diesem Zusammenhang ist der Film von Rüdiger Sünner SCHWARZE SONNE: Mythologische Hintergründe des Nationalsozialismus.

Feuer künden Sonnenwende

Feuer künden Sonnenwende
Funkengarben teilt der Wind
Frühlingstage sind zu Ende
bald die Erntezeit beginnt
Sonnenwende nimmt kein Ende
wenn der Sommer auch verrinnt
durch das Dunkel, durch die Erde
ewig kreist das Jahresrad.

Sonne Hagal – Sonnenwende

Sommersonnenwende 2019

Hohe Asen, hohe Vanen!
Wir danken euch für die Gaben des Sommers,
für Wachstum und Fruchtbarkeit, Fülle und Glück.
Gebt uns gute Ernte und Frieden,
Gesundheit und Kraft und heilvolles Wirken.
Balder, hellster der Asen.
Strahlend in Fülle, Frieden und Licht.
Gott der Reinheit und des Lebens,
auf der Höhe seiner Kraft.
Hohe Asen, hohe Vanen!
Wir danken euch für die Gaben des Sommers.

Rückblick: Eine Blót-Wanderung

Unweit von der Landeshauptstadt Schwerin lässt sich in  eine urtypische Naturlandschaft mit zahlreichen Wäldern, abgelegenen Mooren und Seen, riesigen Ackerflächen und abgeschiedenen Dörfern eintauchen. Besonders schön finde ich die Endmoränenlandschaft rund um das Warnowtal östlich von Schwerin (Warnowtal bei Karnin).

Grüne Hügellandschaft

Die Entstehung ist dem Schmelzwasser der Eiszeit zu verdanken, das sich von Norden nach Süden wie eine Talrinne den Weg durch die Endmoräne bahnte und so eine markante Hügellandschaft hervorbrachte. Mithin eine Landschaft, die von vielen Steinen und Findlingen geprägt ist, was ihren herben und gewissermaßen abwechslungsreichen Charakter unterstreicht.

Als wir vor einigen Jahren nach M-V kamen, verbrachte ich übergangsweise einige Zeit in dieser Gegend und erkundete das eine oder andere Fleckchen Erde. Und es lässt mich bis heute nicht los. Auch wenn wir inzwischen Haus und Hof haben, die genügend Möglichkeit zur Entfaltung und Selbstverwirklichung geben, so zieht es mich an manchen Tagen immer wieder an einige Orte, die ich als ganz besonders empfunden habe – und es immer noch tue.

Ein Findling zwischen Moos und Farn

Zu diesen Orten gehört das Warnowtal, ganz und gar im Wald gelegen und von Steilhängen gesäumt. Über einen Hohlweg lässt sich ein spärlicher Wanderweg erahnen, nicht mehr als ein Trampelpfad. Er führt auf einen Hügelkamm hinauf, an dessen Fuße ein Moor liegt. An zahlreichen Bäumen wachsen Misteln, gelegentlich kreisen Raben. Weiter führt der Weg an einer megalithischen Steinsetzung entlang bis an ein weiteres Moor, von dessen Feldrain man auf eine mächtige Eiche blickt, die in einem verwachsenen Steinkreis mitten in einem Feld ruht. An den Wurzeln dieser Eiche liegt eine große Steinplatte, ein Findling. Vermutlich der Deckstein eines Großsteingrabs.

Megalith-Stätte mit mächtigem Wächterstein
Moor
Mächtige Eiche

Mehr geht nicht. Ich liebe diesen Ort. Er ist völlig verlassen und dermaßen abseits der Wege, dass sich nur ganz wenige hierher verirren. Nur solche verrückten germanischen Heiden werden von solchen Orten angezogen … 😉

Und das ist auch der Grund, warum ich einigen Wenigen diesen wundervollen Ort zeige. An diesen Ort führt meine Blót-Wanderung, von der ich auf Asentr.eu schreibe.

Am Feldrain entlang…

Kürzlich schrieb mich jemand über das Kontaktformular an. Unsere Korrespondenz ließ mich  auf ein ernsthaftes Interesse schließen und kurzer Hand vereinbarten wir ein Treffen. Mit meinem Auto fuhren wir gemeinsam an den Ausgangsort meiner sogenannten Blót-Wanderung und gingen genau jenen Weg, den ich gerade beschrieben habe. Es mögen insgesamt hin- und zurück vielleicht nur ca. 12km sein, also im Grunde keine wirklich herausfordernde Strecke für eine Tageswanderung. Aber gerade dies bietet viel Raum, zwischendrin auch mal zu verweilen und die Umgebung auf sich wirken zu lassen.

Wir unterhielten uns viel über persönliche Erfahrungen, Ritualgrundlagen, Sinn und Zweck einer Opferhandlung, Jahresfeste, Runen und vieles mehr.

An der Eiche angekommen, führten wir ein Blót durch.

Runen-Workshop

Am vergangenen Wochenende traf sich unsere kleine Mecklenburger Asatru Gruppe, genauer gesagt Schweriner Asatru Gruppe, zu einem Runen-Workshop bei mir zu Hause. Ziel war es, ein eigenes Runen-Set aus Birkenholzscheiben herzustellen. Dafür hatte ich mir vor einiger Zeit  beim Beseitigen der Sturmschäden in unserem Moor einige Birkenäste zur Seite gelegt, um diese zu Hause zu trocknen. Nun war es an der Zeit, sie zu verarbeiten. Dafür sägte ich zunächst einige Äste in etwa 5 mm starke Scheiben. Im Durchmesser variieren sie zwischen 2-3 cm.

Aus dieser Sammlung suchte sich dann jeder 24 Astscheiben heraus. Die noch sägerauhe Oberfläche wurde mit Schleifpapier etwas nachgearbeitet. Sobald dies getan war, wurden die Runen des Älteren Futhark mit Bleistift auf das Holz gezeichnet. Auf jede Astscheibe eine Rune. Im Anschluss wurden die angezeichneten Runen mithilfe einer Holzbrennstation eingebrannt.

Und abschließend kommt zum Schutz noch ein Pinselstrich Holzöl auf das Birkenholz. Nach kurzer Trocknung kamen die frisch hergestellten Runen in einen Leinenbeutel und wir gingen nach draußen, um an meinem Steinheiligtum eine kurze Runenweihung durchzuführen.

Und was macht man nun damit?

Grundsätzlich würde ich vom Vorgehen immer erst empfehlen, sich einen Überblick über die wissenschaftlichen Grundlagen zu verschaffen. Das muss nicht in aller „epischen“ Tiefe sein, aber eine grundlegende Vorstellung sollte man schon haben, was Runen sind, woher sie kommen und wie sie einzuordnen sind. Hier empfiehlt sich tatsächlich zunächst eine nüchterne und sachliche Darstellung in Form eines der Standardwerke von Autoren wie Arnulf Krause und/oder Klaus Düwel. Die Bücher kosten nicht die Welt und sind für unter 15 Euro zu haben. Erst mit dieser „Grundbesohlung“ sollte man den zweiten Schritt wagen, in die Welt der Runen-Deutungen und Interpretationen einzutauchen. Das Thema ist derart breit gefächert und das  Angebot an Literatur und anderweitigen „Leistungen“ dementsprechend schier unüberschaubar, dass es schnell zur Gratwanderung wird zwischen völligem Mist und Irrsinn oder ernstzunehmenden brauchbaren Dingen. Wenn ich allein den Begriff „Runenkunde“ in einem der großen Internetportale eingebe, schätze ich die Chance 50/50 , den  umgangssprachlichen „Griff ins Klo“ zu landen. Also ist Obacht ist geboten.

Wer hier mehr erfahren möchte und eine gesunde Einschätzung sucht, dem empfehle ich einen Besuch bei www.eichenstamm.com

Und wie geht’s weiter?

Nun kommen wir zum besagten zweiten Schritt, dem Runen-Orakel, Runen werfen/ziehen oder wer’s lieber deutsch mag… der Weissagung. Also der Zukunftsschau und Schicksalsdeutung mithilfe der Runen. Auch hier gibt es wieder – wie sollte es anders sein – viele verschiedene Wege und Möglichkeiten. Ich bevorzuge das 3er Konzept, das auf Asentr.eu auch hier Mitte näher beschrieben wird.

Das funktioniert so – ein Beispiel: In unserer Familie machen wir es in der Zeit der Wintersonnwende und Rauhnächte so, dass wir uns unsere 24 Runen und ein Gefäß (bspw. Holzschale oder ähnliches) nehmen. Wir möchten gern grobe Anhaltspunkte im persönlichen Verlauf des neuen Jahreskreises erfahren. Also schütte ich die Runen in die Schale und ziehe mit geschlossenen Auge die erste Rune. Diese notiere ich mir und lege sie zurück in die Schale. In gleicher Weise ziehe ich die zweite und dritte Rune. Bis ich drei Runen nebeneinander auf meinem Zettel notiert habe.

Die drei Runen werden als Entsprechungen der drei Nornen Urd, Verdandi und Skuld aufgefaßt. Dementsprechend steht die erste für vergangene Dinge (Dinge, die geworden sind), die zweite für aktuelle Vorgänge (Dinge, die im Werden begriffen sind) und die dritte für zukünftige Entwicklungen (Dinge, die werden könnten).

Genauer:

Die erste Rune gibt Auskunft über vergangene Dinge in dem Sinne, daß es Dinge sind, die entstanden sind. Sie können also auch heute noch existent sein, nur daß sie eben einen Entstehungsprozeß haben, der abgeschlossen ist und in der Vergangenheit liegt. Dies ist die Rune von Urd, der ältesten der Nornen. Sie steht für Vergangenheit und Schicksal.

Die zweite Rune ist die aktuelle Situation, also der Zeit- und Entwicklungspunkt, an dem ich stehe. Sie beschreibt Vorgänge, die gerade in der Entwicklung begriffen sind. Die entsprechende Norne ist Verdandhi. Manchmal kann diese zweite Rune auch Entscheidungen andeuten, die getroffen werden müssen.

Die dritte Rune zeigt auf, was aus dem aktuellen Entstehungsprozeß zu erwarten sein kann. Damit ist klar, daß es meist mehrere verschiedene Möglichkeiten oder Ergebnisse gibt, zu denen die aktuellen Entwicklungstendenzen führen können. Die Rune kann also z.B. ein Ergebnis andeuten. Sie kann weiterhin auf ein Ergebnis verweisen, das eintritt, wenn die in der zweiten Rune angedeuteten Entwicklungen nicht aufgehalten werden. Weiterhin könnte sie auf eine Art Schicksal hindeuten, das eintritt und das nicht oder nur minimal verändert werden kann. Diese dritte Rune ist also diejenige, die am schwierigsten auszulegen ist. Man muß hier sehr intuitiv vorgehen. Die Norne dieser Rune ist Skuld, die auch eine Walküre ist. Skuld, „Schuld“ weist auf den Zusammenhang mit dem Schicksal hin.

Zur Deutung und Interpretation der Runen findet man auf Asentr.eu hier eine Runentabelle mit den Erklärungen und eine Kurzübersicht als Pdf-Dokument, welche sich ausdrucken und daneben legen lässt.

Hörgr im Frost

Ihr schönen Eisigen im Frostgewand,
schont weder Kraut noch Gras!
Was ihr berührt mit eis’ger Hand,
wandelt ihr in starres Glas.

Wege und Wiesen sind zugedeckt,
Und der Himmel selbst verhangen,
Alle Steine sind versteckt,
Alle Weiten eingegangen.

Skadi – bogenschießende Wintergöttin.
Eisige Schöne auf schnellen Ski
Öndurdís – Tochter des Frostriesen Thjazi
verhüllst in Winterkälte die Erde,
Nerthus verharrt auf Wiederkehr.

Ullr – über schneebedeckte Berge im Nordlicht
eilst Du zu uns, so strahlend
wie nur ein Wintergott.
Önduráss – bogenbewehrter Schneeschuhläufer
wir heißen Dich willkommen!

Die Weihe der Thorshämmer…

… und weiteren Anhänger, meines Speers und des Eidrings, sollte eigentlich heute Morgen in aller Früh in meinem Steinheiligtum, dem Hörgr, stattfinden. Doch dem kundigen Auge verrät das Schlüsselwort „eigentlich“ sofort, dass der Wunsch mal wieder der Realität weichen musste. Schuld ist der  unnachgiebige und geradezu erbarmungslose Mecklenburger Winter: Sprühregen bei 4 °C. Den ganzen Tag.

Das hat mir einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht, denn wenigstens ein paar trockene Minuten bräuchte ich schon, um mein Weihe-Blót am Steinaltar durchführen zu  können… vor allem verlässliche trockene Minuten… Aber in einem Mecklenburger Winter…nein…

Also baute ich kurzerhand meinen Stallr im Haus auf und führte für jeden Anhänger ein kleines Weiheritual durch.

Kern dieser Handlung sind folgende Worte:


Mächtiger Thor, Midgards Schützer,
Du weihst die Würdigen, wehrst der Not,
Mit nährendem Nass benetzt du die Erde,
gibst Kraft der Krume,
Stärke den Stämmen,
Segen den Sippen,
Mut jedem Menschen.

Thor, Sohn der Erde und Odins!
Vater von Macht, Mut und Kraft!
Ich bringe dir dieses Zeichen deines Hammers,
das der Träger um seinen Hals tragen will,
dir zur Ehre und im Vertrauen auf deine Stärke.
Dieser Hammer ist geschmiedet aus Feuer und Stahl.
Möge er seinem künftigen Träger Kraft und Mut geben,
wann immer er ihrer bedarf,
und ihn schützen auf all seinen Wegen!
Thor weihe diesen Hammer!

Diese Weihe-Anrufung lässt sich ganz einfach auf alle möglichen Gegenstände abwandeln. Der Grundaufbau stammt aus dem Buch „Das Heilige Fest“ von F. Steinbock.

Anfang der Woche gehen die Thorshämmer (+Eidring) also auf die Reise… flieg auf, mein Brief-Rabe…