Die Zeit der Kräuterernte

Wer seiner spirituellen Seite etwas Gutes tun möchte, sollte gerade jetzt das Ernten geeigneter Räucherkräuter nicht verpassen. In Hülle und Fülle stehen sie überall bereit, an Waldrändern, Feldwegen, auf Wiesen, brachliegenden Flächen, ja selbst auf Verkehrsinseln unter unwirtlichsten Bedingungen. Gerade hier sollte natürlich darauf verzichtet werden, wegen der Schadstoffbelastung. Im Grunde gilt das aber leider auch für Feldränder, wo in herkömmlicher Weise Getreide und Mais angebaut wird.

Die romatischen Korn- und Mohnblumen am Feldrand trügen nur allzu häufig darüber hinweg, daß die Flächen vor der Aussaat des Fungizid-gebeizten Getreidesaatguts mit Unkrautvernichtungsmitteln behandelt werden, also umgangssprachlich alles totgespritzt wird (Stichwort: Glyphosat).

Getreidesaatgut wird mit Fungiziden gebeizt

Getreidesaatgut wird mit Fungiziden gebeizt

Hierzu zählen vor allem unsere „Unkräuter“, um die es hier geht – also Pflanzen, die in früheren Zeiten als Heilkräuter bekannt waren.Ich erspare mir an dieser Stelle, auf die einzelnen Pflanzen und Wirkstoffe einzugehen und verweise lieber auf das Buch von Marlis Bader: Räuchern mit heimischen Kräutern – übrigens auch perfekt als Einsteigerbuch geeignet.

  • Rainfarn

Als Basismischung nehme ich jedes Jahr die überall reichlich vorkommenden drei Kräuter Schafgarbe, Rainfarn und Beifuß. Getrocknet und auf glühende Kohle gelegt, entfalten sie einen intensiven und zugleich beruhigenden Geruch. Zum Rainfarn sei erwähnt, daß die ganze Pflanze stark riechende ätherische Öle enthält, die manche als abstoßend empfinden – auch ein Hinweis darauf, daß sie als schwach giftig angesehen wird. Ich habe mit dem Rainfarn noch keine negativen Erfahrungen gemacht und gehöre eindeutig zu jenen, die seine ätherischen Öle als wohlriechend und anziehend empfinden. Rainfarn gehört zu meinen absoluten Lieblingspflanzen. Mit dem getrockneten Beifuß habe ich lustigerweise die Erfahrung gemacht, daß der Geruch beim Verräuchern eine leichte Marihuana-Note hat. Bei einer Eheleite hat das vor einigen Jahren zu verwunderten Blicken und lustigem Getuschel unter den Teilnehmern geführt. Betrifft aber nur den Geruch, ohne jede Wirkung. Seitdem nehme ich vom Beifuß immer einen Teil weniger.

Was übrigens ein sehr würziges, kräftig-erdiges Aroma besitzt, ist getrocknete Eichenrinde. Eichenrinde enthält reichlich Gerbstoffe und läßt sich zum Beispiel auch gut mit Harzen mischen. Getrocknete Eichenrinde kann man auch portionsweise im Internet oder in der Apotheke kaufen, nebenbei erwähnt.

Seltener auf freier Flur, dafür eine wahre Zierde für jeden Garten ist der Lavendel. Sein Duft wirkt beruhigend und vertreibt Motten.

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